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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 5 · p. Seite 566

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 5
Article
Zur Geschichte und Charakteristik der paulinischen Briefe
Date
1907-01-01
Page
Seite 566 (sequence 25)
Language
German
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566 Zur Geschichte und Charakteristik der paulinischen Briefe. Die Anhänger der Echtheit der letzteren nehmen alle ihre Angaben als wahr und als absolut glaubwürdige Zeugnisse des Apostels von sich selbst an, jene Gegenschriften aber bezeichnen sie als gehässige Schmähungen und Erzeugnisse eines kleinlichen und boshaften Neides auf die Erfolge des Paulus. Van Manen aber kommt in .seiner genauen philologischen und theologischen Prüfung des Römerbriefes gleichfalls zu dem Ergebnisse, daß dessen Schreiber kein Jude gewesen sei. Er sagt: »Ungeachtet der entschiedenen Versicherung des Schreibers, daß er ein geborener Israelit ist (Römer 9, 3.4; 11, 1; vgl. 4, 1; 2. Kor. 11, 22; Galater 1, 13. 14; 2, 15), tritt er durchweg als Grieche auf. Er spricht griechisch und er denkt griechisch. Wer ihn verstehen will muß, wie Holsten sagt, versuchen, in seine Muttersprache zu übertragen, was von ihm griechisch gedacht ist« . . . »Fast immer, wo er über die Juden spricht, macht er den Eindruck, als ob er nicht nur kein geborener Jude ist, sondern jemand, der immer außerhalb des Judentums gestanden hat«1). . Dieser Eindruck verstärkt sich, wie wir noch weiter hinzufügen können, durch die Wahrnehmung, daß der angebliche frühere Pharisäer und Schriftgelehrte von diesen, wie von spezifisch jüdischen Verhältnissen kaum etwas zu wissen scheint. Bei seinen Kämpfen gegen den Sabbat, die Speise- und Reinheitsgesetze sollte man erwarten, daß er etwas von den Übertreibungen, deren die Pharisäer von ihren Gegnern beschuldigt wurden,, erwähne, oder auch von den Zusätzen, die sie zu den biblischen Vorschriften des Gesetzes gemacht hatten. Wir hören von ihm nichts darüber. Ja, er erwähnt die Pharisäer und Schriftgelehrten überaus selten und scheint, nach seinen Briefen zu urteilen, überhaupt nichts von ihnen, außer ihrem Namen gewußt zu haben. Noch merkwürdiger ist, daß von den heftigen ף A. a. O. S. 172 ff.

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