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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 5 · p. Seite 564

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 5
Article
Zur Geschichte und Charakteristik der paulinischen Briefe
Date
1907-01-01
Page
Seite 564 (sequence 23)
Language
German
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564 Zur Geschichte und Charakteristik der paulinischen Briefe. Römerbrief gehört jedenfalls in eine Zeit, in welcher der Paulinismus bereits »eine allgemein bekannte und viel besprochene Erscheinung in der christlichen Welt war. Er hat seine Anwälte und seine Gegner, seine Losungsworte und feststehenden Ausdrücke, seine eigene Sprache, die keiner Erläuterung bedarf, weil man annitnmt, daß die Leser sie kennen. Ohne Bedenken kann man es wagen, in ganz eigenartigem Sinne zu reden von 7ri<7־o; und yj>.pis, §«׳0.׳.to<7uv7) und «Y3WTV), wt7׳TSus1v und Srza.ioöfrffai, 51%7.t05<Td-a1 17. •״icttsw? und 5«׳. . . sc spY«v voj/,ou« usw. Eine Reihe von Fragen über Art, Tendenz und Ausbreitung des paulinischen Evangeliums, die im Römerbriefe eingehend behandelt werden, stehen in christlichen Kreisen seit längerer Zeit auf der Tagesordnung, so insbesondere diejenigen über das Verhältnis zum Gesetze und dem Judentume überhaupt. Aus dem Römerbriefe cap. 9—11 geht hervor, wie sehr die Tatsache viele beschäftigte, daß Israel selbst, Gottes auserwähltes Volk, dem Christentum fern blieb. Diese Frage konnte erst gestellt und beantwortet werden, »wenn tatsächlich Israel, abgesehen von einigen Ausnahmen, die die Regel bestätigten, außerhalb des Christentums stand. Dazu war nötig, daß das Evangelium in weitem Umkreise verkündigt war. Dies wird denn auch durchwegs vorausgesetzt und 10, 13-18 mit vielen Wortengesagt. Das Evangelium ist überall gepredigt, aber nicht alle haben darauf gehört und das Gesprochene zu Herzen genommen. Niemandem hat die Gelegenheit gefehlt, zur neuen Lehre hinzuzutreten, aber die meisten haben nicht gewollt (11, 7)«.s) Frage wie Antwort weisen auf eine längere Zeit der Entwicklung des Christentums hin, in der erst die entschiedene Abwendung der Juden von ihm zur offenbaren Tatsache wurde. Und eine Bemerkung, wie die (Römerbrief 11, 22) von dem Falle der Juden, hält van Manen erst nach ‘) S. 141. *) S. 159.

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