Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 51 (1907)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zur Geschichte und Charakteristik der paulinischen Briefe
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 563 (sequence 22)
- Language
- German
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Zur Geschichte und Charakteristikder paulinischen Briefe. 5(J3 sagt Jülicher1): »Fast allgemein begegnet ein starker Einschlag babylonisch-persischer Vorstellungen, die in den Mysterierikulten jener Glanzzeit des religiösen Synkretismus mit hellenischen Gedanken seltsame Mischungen eingegangen waren. Demgemäß die Grundlage der Weltanschauung ein durch polytheistische Arabesken schlecht verdeckter schroffer Dualismus, dem Geist und Materie, Gott und Welt als absolute Gegensätze erscheinen, die Heilsprozesse lediglich naturhaft mit Ausschaltung der sittlichen Kräfte, die Individuen höchstens passive Zuschauer beim Spiel der die Welt bewegenden Kräfte«. , In ihren Kreisen lebte auch ein grimmiger Haß gegen das Judentum und seine Lehren. So hat»Satornil in Antlochia um 120 den unbekannten Allvater von dem Judengott, dem Schöpfer des armseligen Menschen, unterschieden und in der alttestamentlichen Geschichte das Ringen dieses ohnmächtigen Schöpfergottes gegen Satan, der die Mensehen durch Aufreizung sinnlicher Begierde völlig in die Materie herunterziehen möchte, beschrieben gefunden«. Wie in diesen Punkten, so weist van Manen die Verwandtschaft des Paulinismus und Gnostizismus noch weiter in ihrer merkwürdig mit einander übereinstimmenden Theologie, Christologie und Soteriologie nach, in ihrer Verbindung von Spekulation, Mystik und Askese, in ihrer Sprache und Denkungsart, wie in einer ganzen Reihe von Begriffen, die sie mit einander gemeinsam haben, wie: yvwc•sg, ä'X^d'S 10c, <70<psdc, xouji.0?, yjkfu;. 7rvsu|ao׳, TfXrjpwp.«, £0)71, '(«7! akovto;, <xpx°׳i, <pw? usw. und andern charakteristischen Redeweisen und Gegensätzen2). Er läßt es nur unentschieden, »wohin der Paulinismus in der Geschichte der christlichen Gnosis gestellt werden muß, an ihre Spitze, oder an einen Punkt, wo sie sich schon in bestimmten Formen ausgesprochen hatte«. Der J) A. a. O. S. 103 f. *) S. 144- 155. 36* *