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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 5 · p. Seite 559

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 5
Article
Zur Geschichte und Charakteristik der paulinischen Briefe
Date
1907-01-01
Page
Seite 559 (sequence 18)
Language
German
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Zur Geschichte und Charakteristik der paulinischen Briefe. 559 »Das, was dem Gesetze unmöglich war, das, worin es wirkungslos war durch das Fleisch, das tat Gott und sandte seinen eigenen Sohn in der Gestalt des sündigen Fleisches und um der Sünde willen und richtete die Sünde im Fleische, damit die Gerechtigkeit des Gesetzes erfüllt werde an uns, die wir nicht nach dem Fleische wandeln, sondern nach dem Geist«1). Es ist eine düstere, pessimistische und fatalistische Auffassung des Menschen, die sich in diesen Lehren der paulinischen Briefe ausspricht. Sie erhellt sich, gewinnt Hoffnung und Trieb zum Guten durch den Glauben an die durch Christus, den Sohn Gottes, gewirkte Erlösung von der Sünde und dem Tode. Aber die gewonnenen Güter sind auch an d i e s e n G 1 a u b e n gebunden und stets nur eine Gnadengabe Gottes, der sie den Einen gibt und den Andern versagt2). Und das Dunkel der ursprünglichen Vorstellung von der Schlechtigkeit und Hilflosigkeit des Menschen wirft seine schweren Schatten auch auf den neuen Heilsweg und führt die zartbesaiteten Gemüter der Gläubigen zu trüben und unfruchtbaren Meditationen über ihre Sündhaftigkeit und zu quälenden Zweifeln über die Erlangung des Heils oder zum Verfluchtsein unter dem Verhängnis der Schuld. 11. Mangelhaft und in sich widerspruchsvoll sind auch die Vorstellungen der paulinischen Briefe von Gott und was sie von ihm aussagen, ist mehr Mythologie als Theologie. Nachdem durch den ersten Menschen die Sünde und der Tod in die Welt gekommen ist (Römer 5, 12), bekümmert sich Gott um die Schöpfung nicht, bis er nach Verlauf vieler Jahrhunderte endlich die Zeit für gekommen hält (Römer 8, 3, vgl. Galater 4, 4), den Menschen zu sich zu erheben, indem er ihn erlöst von den niederen Mächten > die ihn inmitten der sinnlichen Welt verhindern, gut, das J) Röm. 8, 3 f. *) Röm. 9, 16 ff.

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