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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 5 · p. Seite 552

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 5
Article
Zur Geschichte und Charakteristik der paulinischen Briefe
Date
1907-01-01
Page
Seite 552 (sequence 11)
Language
German
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552• Zur Geschichte und Charakteristik der paulinischen Briefe. die den, der Gott damit dient, nicht im Gewissen befriedigen können. Denn sie sind samt den Geboten über Speise und Trank und allerlei Waschungen nur fleischliche Satzungen; auferlegt bis zu derZeit, da das Rechte kommt«. Während der Hebräer und die Paulusbriefe das Gesetz immerhin noch bis zum Tode Jesu als giltig ansehen, beweist Bar na b a s vermittelst des beliebten und ja auch überaus gefälligen Gegensatzes von »Geist« und »Buchstabe«, »geistig und fleischlich«, daß die rituellen Gesetze der Juden überhaupt n i e m a 1 s ernstlich gemeint und nur ein ungeheures Mißverständnis von diesen waren. Von dem Schweine hat Moses nur in dem Sinne geredet: »Du sollst,« meint er, »dich nicht mit Leuten einlassen, die Schweinen gleich sind, das heißt des Herrn vergessen, wenn sie im Überflüsse leben, und die sich seiner erst erinnern, wenn sie Mangel leiden; ebenso wie auch das Schwein, solange es zu fressen hat, seinen Herrn nicht kennt, wenn es aber hungert, (nach ihm) schreit und, sobald es bekommen hat, wieder schweigt.« Die Zweihufer, die Wiederkäuer sind, hat Moses erlaubt, »weil sie, wenn sie ihr Futter erhalten, ihren Ernährer kennen und, wenn sie (vom Fressen) ruhen, an ihm ihre Freude zu haben scheinen«. Und von »Zweihufern spricht der Herr, weil der Gerechte nicht nur in dieser Welt wandelt, sondern auch noch die heilige Ewigkeit erwartet. Da seht ihr, welch’ trefflicher Gesetzgeber; Moses gewesen ist. Allein, wie hätten j e n e dies zu fassen und zu verstehen vermocht? W i r aber haben die Gebote richtig erfaßt und verkündigen sie so, wie der Herr es gewollt: hat. Denn eben dazu, daß wir diese Dinge verstehen können, hat er uns Ohren und Herzen beschnitten.« So verschieden von einander auch diese Erklärungen einzelner Gesetze und Schriftstellen sein mögen, die ihnen zugrunde liegende M e t h o d e ist d i e s e 1 b e. Die einzelnen Verse werden, unbekümmert um ihren klaren, natürlichen

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