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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 5 · p. Seite 551

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 5
Article
Zur Geschichte und Charakteristik der paulinischen Briefe
Date
1907-01-01
Page
Seite 551 (sequence 10)
Language
German
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Zur Geschichte und Charakteristik der paulwischen Briefe. 551 erforschen suchen, wer Isaak und Rebekka ist und auf wen die Andeutung geht, daß das eine Volk größer sein werde als das andere.« Der gleiche Schluß wird sodann auch aus dem Segen Jakobs über Ephraim und Manasse gezogen, bei dem er »die Hände kreuzte« und sprach : »der ältere wird dem jüngeren dienen, doch auch dieser wird gesegnet werden«. »Sehet nun zu, auf wen jene Bestimmung gehet, daß jenes Volk das erste und Erbe des Bundes sein solle. Wenn es nun auch noch durch Abraham bezeichnet worden ist, so gedeiht unsere Erkenntnis zu vollkommenem Abschluß. Was sagt er denn nun also zu Abraham, als diesem zur Gerechtigkeit angerechnet wurde, daß er allein geglaubt hatte? Siehe, ich habe dich, Abraham» gemacht zum Vater der Völker, die in der Vorhaut an Gott glauben«1). Die Worte »die in der Vorhaut« werden, ganz in der Weise der paulinischen Briefe, dem Texte ohne weiteres hinzugefügt. Nach Paulus (2 Kor. 3,13 ff.) trug Moses deshalb eine Decke vor seinem Antlitze, wenn er mit dem Volke sprach, damit »die Kinder Israel nicht ansehen konnten das Ende des, das aufhöret«, das heißt, daß er dem Volke Gesetze gab, die von vornherein zur Vergänglichkeit bestimmt waren! Denselben Gedanken sieht der Hebräerbrief (9, 6 ff.) in der Einrichtung des Stiftszeltes ausgesprochen, da die Priester jederzeit nur in das vordere Zelt gehen, um die heiligen Handlungen darzubringen, in das hintere aber nur einmal im Jahre der Hohepriester. »So weist der heilige Geist darauf hin, daß der Weg zum Heiligtume noch nicht offenkundig geworden sei, so lange das vordere Zelt noch Bestand hat. Denn dieses ist nur ein Sinnbild für die gegenwärtige Zeit, auf Grund dessen solche Gaben und Opfer dargebracht werden, l) Der Barnabasbrief nach der Übersetzung von H. Veil (cap. 13) in E. Hennecke’s »Neutestamentliche Apokryphen«. Vrgl. dazu Römer 9, 10—12.

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