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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 5 · p. Seite 543

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 5
Article
Zur Geschichte und Charakteristik der paulinischen Briefe
Date
1907-01-01
Page
Seite 543 (sequence 2)
Language
German
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Zur Geschichte und Charakteristik der paulinischen Briefe. 543■ die mit der Annahme ihrer Echtheit kaum verträglich sind. Jedenfalls aber müssen zum Verständnis der Denkweise und der Olaubensanschauungen eines Mannes, »der aus einem pharisäischen Rabbi durch ein erschütterndes Erlebnis zum Apostel bekehrt worden sein« soll, außer seinen Schriften auch die der Pharisäer und R a b b i n e n herangezogen werden. Um die große Literatur, die darüber an Texten wie an Bearbeitungen vorhanden ist, kümmert sich Pfleiderer gar nicht. Die große Mehrzahl der christlichen Theologen findet es ja überhaupt natürlich, bei ihren Arbeiten über eine religiöse Bewegung, die unter den Juden entstand und von Juden längere Zeit geleitet wurde, aus ihren Lehren und Einrichtungen sich entwickelte und aus ihnen auch weiterhin, als sie in andere Kreise übergegangen war, noch ihre Nahrung zog, — Schriften von Juden der alten wie der neuen Zeit gar nicht zu Rate ziehen. So ist auch für Pfleiderer die einzige Quelle seiner Kenntnis für den durch die pharisäische Schultheologie angeblich bestimmten jüdischen Glauben und das Denken des Paulus das Buch des Pfarrers Ferdinand Weber »System der altsynagogalen palästinischen Theologie«1), ein Buch, das Glaubenslehren und Schriftdeutungen aus etwa sieben; Jahrhunderten neben einander stellt und sie außerdem vielfach von einem ihnen ganz fremden Gesichtspunkte aus beurteilt. Jedoch auch dieses Buch wird nicht gebührend studiert und nicht ausreichend benützt. Pfleiderer, wie die meisten christlichen Theologen bilden sich ohne weitere Studien und Bemühungen um die zeitgenössischen jüdischen Quellen ihre Vorstellungen von den Glaubensanschauungen und der Denkweise der Rabbinen ausschließlich nach den. n e u t e s t am en 11 ichen Schriften. Jenen jedoch legen sie nicht nur *) Lpzg. 1880.

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