Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 51 (1907)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zur Geschichte und Charakteristik der paulinischen Briefe
- Date
- 1907-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Zur beschichte un9 Charakteristik 9er paulinischen Briefe. Von J. Esehelhaelier. (Fortsetzung■), 9. Wer von der Voraussetzung ausgeht, daß der Schreiber der paulinischen Briefe der Schriftgelehrte Saulus aus Tarsus, der Schüler des Rabban Gamaliel, ist, muß natürlich das Jüdische auch in diesen Briefen finden und nachweisen. So schreibt denn auch Pf lei derer1) von ihrer Art der geistreichen Antithesen, »daß sie jüdisch in ihren Voraussetzungen, ihren Schriftbeweisen und ihrer Dialektik, und zugleich so über- und widerjüdisch in ihren Zielen und Ergebnissen ist, daß sie mit den Waffen des Gesetzes das Gesetz aufhebt, mit den Beweismitteln der jüdischen Schule die jüdische Religion überwindet«. Sehen wir uns nun nach diesen jüdischen Voraus- Setzungen und Beweismitteln um, so müssen wir uns über ihre Dürftigkeit wahrhaft wundern. Für seine Charakteristik weiß Pfleiderer tatsächlich nichts wie einige Verwandtschaft der paulinischen Briefe mit dem Buche der »W eisheit Salomonis« anzuführen. Das ist aber eine Verwandtschaft von sehr problematischer Art. Denn das Buch hat, wie von Graetz nachgewiesen worden ist2), mehrfach Einschiebsel von christlicher Hand erfahren. Es stammt außerdem wahrscheinlich aus derZeit Philo’s, mit dem, wie ja auch mit Sen ec a, die paulinischen Briefe gleichfalls in einiger Berührung stehen, Berührungen,. Der Paulinismus 1890/2. S« 37 f. 2) Gesch. d. Jud. III3. S. 628 ff.