Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 51 (1907)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die literatur für und wider die Juden in Schweden im Jahre 1815
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 528 (sequence 16)
- Language
- German
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528 Die Literatur für u. wider die Juden in Schweden i. J. 1815. diese Konkurse ziemlich gravierend. Sieben jüdische Firmen machten damals Bankerott mit einer Schuld von zusammen mehr als 3 Millionen Reichstaler und geringen dem gegenüberstehenden Baarmitteln. Man versäumte auch nicht, diese Umstände nebst dem Mangel an Solidität, den sie auf wiesen, hervorzuheben. Eine Schrift: »Die Juden-Industrie oder das Leichenbegängnis des allgemeinen Kredites, Fortsetzung der Reichstags-Komödie: Das Aussöhnungsprojekt« von einem gewissen Kuliberg stattet darüber einen ausführlichen Berieht aß. Sehr wünschenswert wäre es allerdings gewesen, wenn einige von den Forderungen derliberalen Redner zustande gekommen wären, besonders die Ausdehnung der Rechte* jedes beliebige Gewerbe zu treiben, Grundstücke auf dem Lände zu besitzen, Ehen mit Christen zu schließen und anderes mehr. Daß neuen Ansiedlern hingegen bis auf weiteres verboten wurde, ins Land zu kommen, war ein für die hiesigen Juden vorteilhafter und wohltuender Beschluß. Denn das fernere Eindringen großer Massen von ihnen hätte nur die Wirkung gehabt, die vorher ansässigen noch unpopulärer zu machen. Liest man die Selbstbiographie Aron Isaks, so kommt man bald dahinter, wie ungleich sie noch den Schweden an Bildung, Anschauungsweise, Wesen und Sprache wären. Sie bedurften noch einer langen Zeit, um assimiliert zu werden. Bisher habe ich hauptsächlich auf mehr oder weniger offizielle Akten Bezug genommen; ich gehe jetzt zu der privaten Polemik über. ln der Literaturgeschichte haben die kleinen Pamphlete, Schmähschriften und Verteidigungsschriften eine besondere Bedeutung. Itn großen und ganzen kann man sagen, daß sie für die Charakteristik der verschiedenen Epochen-ebenso wesentlich sind, wie die großen tonangebenden Arbeiten. Sie kommen; wie natürlich, in bewegten Zeiten am häufigsten vor. DieZeit, in der das parlamentarische