Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 51 (1907)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die literatur für und wider die Juden in Schweden im Jahre 1815
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 527 (sequence 15)
- Language
- German
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Die Literatur für u. wider die Juden in Schweden i. J. 1815. 527' Begrenzung ihrer Rechte, indem diese sie hinderte, sich mit der übrigen Bevölkerung zu assimilieren. — Schließlich werden die vielen Lügen, welche über ihre Religion ausgesprengt worden waren, widerlegt und die sie betreffenden schändliehen und unwahren Schmähschriften angezeigt mit der ausdrücklichen Hoffnung, daß der aufgeklärte Ausschuß• jene gänzlich unbeachtet lassen werde. Als das Gutachten des Ausschusses an den Reichstag zurück kam, hatten die Parteien ihre Waffen noch mehr geschärft; die Reden der Mehrzahl waren noch giftiger als das vorige Mal, und das Gutachten würde an den Ausschuß remittiert mit der Bemerkung, es drücke nur die Ansichten des Ausschusses, aber nicht diejenigen des- Reichstags aus. Dieser behandelte dann die Frage von neuem und schränkte die vorgeschlagenen Gerechtsame etwas ein. U. a. sollten Geschäfte nur in den Residenzstädten betrieben werden. Das Gutachten war aber dem Reichstag noch immer zu liberal, und das ganze Ergebnis der langen Überlegung war der Erlaß des Kommerz-Kollegiums vom 31. August 1815, wodurch den Juden verboten wurde,, weiterhin ins Reich zu kommen — also eine weitere Verschärfung des Verbotes v. J. 1806. Die Verhandlungen waren also im großen und ganzen ein glänzender Beweis der Intoleranz, obwohl dieses Wort, von den verschiedenen Rednern für und wider bis zum Überdruß angewandt, betont, widerlegt und verdreht worden war. Man darf die Repräsentanten des schwedischen Volkes deswegen jedoch nicht allzu hart beurteilen. Einmal hat ja wirklich eine beträchtliche Minorität Proben ihrer Unbefangenheit abgelegt. Andererseits kann man nicht Ieugnen, daß die junge jüdische Gemeinde ebenfalls einiges auf ihrem Gewissen hatte. Der große Bankerott, welcher in der Mitte des Jahres eintraf, und woran, hauptsächlich jüdische Kaufleute beteiligt waren, wirkte sicherlich zum Nachteil der sozialen Stellung der Juden. Und in der Tat waren