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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 5 · p. Seite 526

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 5
Article
Die literatur für und wider die Juden in Schweden im Jahre 1815
Date
1907-01-01
Page
Seite 526 (sequence 14)
Language
German
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526 Die Literatur für u. wider die Juden in Schweden i. J. 1815. Auf Verlangen des Ausschusses wird hier ausführlich über ihr Ehe- und Erbrecht berichtet, wie auch über das Verfahren vor dem Rabbinergericht, vor dem nach dem Gesetz v. J. 1782 ihre Erbstreitigkeiten entschieden werden sollten. Die »Erklärung« widerlegt die gewöhnlichsten Ein- Wendungen gegen die Juden. Der Import bestände hauptsächlich aus Rohprodukten; den größten Teil der Luxuswaren führten sie wieder nach dem Auslande aus; großen Exporthandel könnten sie unmöglich treiben, da sie noch wenige Verbindungen in Schweden hätten; jedoch täten sie es nicht gar so selten. Schleichhandel trieben sie wenig (ein Verzeichnis der vorgekommenen Fälle wird beigelegt). Ackersleute seien sie freilich nicht, dies sei aber ganz natürlich, da sie sich auf dem Lande nicht niederlassen dürften; ebensowenig sei es zu verwundern, daß sie sich nicht den Handwerken widmeten, da sie nicht Meister werden könnten. Viele von ihren Kindern lernten jedoch bei christlichen Meistern. Mit Unrecht werfe man ihnen vor, daß sie nicht Gewerbsleute seien. Im Gegenteil, sie haben mehrere Zweige des Fabrikwesens mit Erfolg bearbeitet: Kattundruckerei (in mehreren Städten), Ölstampfe (in Norrköping), Segelfücherei (in Karlskrona) usw. Schiffsrheder gebe es ebenfalls unter ihnen, und was den Seedienst betreffe, so dienten 5 Juden als Matrosen in derschwedisehen Handelsmarine. Auch der ihnen zugeschriebene Abscheu vor dem Kriegsdienste existiere nicht, denn außer den 12 Landwehrleuten hätten sich 4 Juden freiwillig dem Kriegsdienste gewidmet, darunter 2 bei den Husaren und 2 bei der Leibgarde zu Pferde. Ferner behaupte man, daß sie nicht dienen wollten. Natürlich, da arme Juden in das Reich nicht eingelassen würden. Doch fänden sich unter den 785 Juden nicht weniger als 96 Dienstboten, deren Verzeichnis beigelegt ist. Daß sie, wie man oft wiederholte, einen »Staat im Staate« bildeten, beruhte auf der

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