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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 5 · p. Seite 525

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 5
Article
Die literatur für und wider die Juden in Schweden im Jahre 1815
Date
1907-01-01
Page
Seite 525 (sequence 13)
Language
German
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Die Literatur für u. wider die Juden in Schweden i. J. 1815. 525 ten, und die schwedische Freiheit aufs Neue ins Leben riefst, nicht vermutetest Du, daß Juden aus allen Gegenden der Welt eingeladen werden würden, die Erde zu erwerben, die von Dir aus der Knechtschaft befreit worden war. Edle, verehrte Karle! Als Ihr an der Spitze schwedischer Heere die Hechte des Vaterlandes verteidigtet, nicht glaubtet Ihr damals, daß das schwedische Bürgerrecht, durch Euer Blut der Nachkommenschaft erhalten, eines Tages Juden für Silber und Gold erteilt werden würde!« So traten die Meinungen über die Frage einander scharf gegenüber, als sie an einen besonderen Reichstagsausschuß, den sog. Judenausschuß, verwiesen wurde, welcher die verschiedenen Ansichten zusammenfassen und nachher seinen Antrag vorlegen sollte. War man im Plenum im Allgemeinen wider die Juden gewesen, :so war der Ausschuß ihnen unerwartet gewogen. Er widerlegte gründlich alle Vorurteile •gegen sie und schrieb gerade die Ursachen der eventuellen Mißverhältnisse den Beschränkungen des Reglements zu. Der Behauptung Boijes gegenüber wird angezeigt, daß 12 jüdische Jünglinge in der Landwehr für die Jahre 1813—15 dienten, und daß nur ein einziger sich des Rechtes bedient hatte, einen Ersatzmann an seiner Stelle anzuwerben. Der Ausschussantrag endigte mit einem Reglementsvorschlage, der in allen Beziehungen freisinniger war als das Gesetz vom Jahre 1782. Ehe noch der Ausschuß zu seinen Überlegungen schritt, hatte er eine Erklärung von dem Vorstand der jüdischen Gemeinde eingefordert. Diese Erklärung mit beigelegten Aktenstücken wurde sogleich eingeliefert. Aus ihrem Inhalt hat der Ausschuß mehrere von seinen Argumenten geschöpft und sie sogar wörtlich wiedergegeben. Ein großes kulturgeschichtliches Interesse bietet diese »Erklärung« durch ־die Nachrichten, die sie über die Stellung, die Grundsätze -und die Anschauungsweise der derzeitigen Juden liefert.

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