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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 4 · p. Seite 448

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 4
Article
Die Kaufmann'sche Mischna-Handschrift
Date
1907-01-01
Page
Seite 448 (sequence 4)
Language
German
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448 Die Kaufmann’sche Mischna-Handschrift. Partien der Kaufmann’schen Mischna-Handschrift bergen mag, bleibt noch zu erforschen. In Kethubb. 2, 4 lesen wir eine Kontroverse zwischen Rabbi und den Chachamim. Ms. K hat hier den Namen Rabbi leider nur auf dem Margo, und man weiß nicht, was ursprünglich da gestanden hat, aber L hat R. Meir! Nun lesen wir ib. 5, 4 in W. den Vermerk, daß ein Schwanken bestehe zwischen der LA. Rabbi und R. Meir (der Antagonist ist in N nur R. Jochanan, aber in dem daselbst gedruckten Maimüni-Kommentar lautet der Name richtig R. Jochanan ha-S andalar), und in dem bekannten Ausspruch גדולה מילה (Nedar. 3 Ende), wo Agg., N, J, und auch T. 2, 5, p. 277, Z. 18 ר resp. רבי haben, liest man in K und L 1ר׳ מאיר Zu Nasir 4, 5 wird selbst in W verzeichnet, daß anstatt Rabbi in Babli R. Meir stehe, was sehr plausibel ist, da hier dem R. Akiba gegenüber eine Meinung geäußert wird. Gleichwohl schweigen sich alle unsere Textzeugen darüber aus. Demnach dürfte auch in Gitt. 5, 6, wo gar kein Zeuge dafür ist, nicht Rabbi, sondern R. Meir ein Gerichtskollegium in Sachen des Sikarikon1) zusammengesetzt haben, denn R. Meir steht jenen Zeiten ungleich näher als Rabbi. Es sei dem, wie ihm wolle, wir sehen ein Schwanken in der Überlieferung bezüglich gewisser Aussprüche, ob sie R. Meir oder Rabbi zuzuschreiben seien, und es liegt nahe, den Grund hievon in dem Umstande zu suchen, daß gewisse Aussprüche, das wußte man, dem Ordner der Mischna angehören es; fragte sich nur, ob dem vorletzten oder dem letzten2). So ist denn auf diesen Umstand mehr zu achten, als es bisher geschel) S. Lehnwörter II, 392, wo auch Literatur. 8) H. Oppenheim in B e t h Talmud II, 347 meint zwar, daß die Kontroverse Rabbis mit anderen Tannaim in der Mischna nicht notwendig zu der Annahme führe, daß die Stelle spätere Hinzufügung sei, es sei denn, daß dies von anderswoher bewiesen sei, aber schwierig bleibt die Sache jedenfalls; s. auch Weiss דד״וד II, 182.

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