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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 4 · p. Seite 419

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 4
Article
Zur Geschichte und Charakteristik der paulinischen Briefe
Date
1907-01-01
Page
Seite 419 (sequence 25)
Language
German
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Zur Geschichte und Charakteristik der paulinischeu Briefe. 419 gehen und die Psalmen erfüllen, n i c h t s zu hören! Die Schriftgelehrten können nicht genug die Kraft der משובה, der reuigen Rückkehr, des innigen Verlangens nach Gottes Vergebung preisen. Sie »dringt bis zu Gottes Thron«, »hebt alle bösen Verhängnisse auf«, sühnt ein ganzes Leben voller Sünden«1). Den paulinischen Briefen liegt dieserGedanke einer reuigen Rückkehr des sündigen Menschen zu Gott aus dem eigenen Triebe seines Herzens, wie der Glaube an eine ihm darauf aus der erbarmenden Liebe Gottes zuteil werdenden Vergebung vollkommen ferne. »Paulus«, sagt Baur2) »sieht nur in dem Tode Jesu die Möglichkeit der Befreiung von dem Fluche des Ge- :setzes«. .... »Objektiv betrachtet, ist der Tod Jesu eine Veranstaltung Gottes zur Versöhnung mit ihm, die unter den Gesichtspunkt einer freien Gnade von seiten Gottes gestellt werden muß, zu welcher sich der Mensch nur empfangend verhalten kann, und zwar kann er, da der Vermittler dieser Gnade Christus ist, so fern er sich selbst für die Sünden der Menschen hingegeben hat, sie nur dadurch sich aneignen, daß er sich Christus, als dem Einen, der die Stelle aller anderen vertritt, mit seiner ganzen Subjektivität hingibt und sich zur Einheit mit ihm zusammenschließt. Diese subjektive Einheit mit Christus ist der Glaube, welcher auf dieser subjektiven Seite dieselbe Stelle in der christlichen Heilsordnung einnimmt, welche in der alttestamentlichen die Werke des Gesetzes haben, und es tritt daher dem Hauptsatz, in welchem der Apostel das Wesen der Letzteren ausspricht, daß der Mensch gerechtfertigt wird durch die Werke des Gesetzes, als Antithese gegenüber der Hauptsatz der christlichen Heiisordnung, daß er gerechtfertigt wird durch den Glauben.« *) Vgl. b. Joma 86a. Rosch ha-Schana 17b. Kidduschin 40b. Berachot 34 a. Sabbat 32 a. 2) a. a, O. S. 45 f. 2T

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