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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 4 · p. Seite 418

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 4
Article
Zur Geschichte und Charakteristik der paulinischen Briefe
Date
1907-01-01
Page
Seite 418 (sequence 24)
Language
German
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418 Zur Geschichte unä‘diiaräkterisHk der paütinischeri Briefe. »Die THora ist nicht für Engel, für leidenschaftslose, über alles sinnliche erhabene,' Menschen gegeben worden.« Die Frommen der heiligen Schrift sind nfcht etwa nur die Großen und Auserwählten, die Propheten und Heiligen, söriäern »die Gottesfürchtigen«, die »Schlichten«, «Geraden,« die einfach »Gerechten«, die Männer von »reinen Händen und lauterem bferzeh«, ’ ' Und wenn einer, was ja allerdings oft verkam, die Geböteübertrat, so war er darum noch nicht verworfen, oder stand gar, wie Paulus sagt,; »unter dem Fluche,« r sondern die Rückkehr zu Gott war ihm jeder Zeit möglich. Die Schrift ist voll von Verheißungen der V e r z e i h u n g und der Gnade Gottes für die Sünder, die bereuen und ihm sich wieder zuwendeh. Und ein Gebet für Alle war. der Vers (Psalm. 143, 2): »Gehe nicht ins Gericht mit uris,,denn vor Dir kann kein Lebender gerecht sein,« d. h. im Lichte Gottes, des Reinen , und Heiligen ist allerdings kein Lebender vollkommen reih und gerecht (Job. 4, 1? ff.) und. »es gibt keinen Frommen auf Erden, der nur gutes täte und nicht sündigte«. (Kohelet 7, 20.) Vor Gott, dem \ Richter, könnte kein Mensch bestehen. Aber er istnicht V n ü r R i c h ter, sondern »barmherzig und gnädig, langmütig \ und reich an Liebe . . .« Wie ein Vater sich erbarmt über seine Kinder, so erbarmt sich Gott über die, die ihn ehrfürchten. Denn er kennet unsern Trieb, ist eingedenk, daß wir nur Staub sind (Ps. 103). v! Wenn man die pauiinischen Briefe mit ihren erschütternden Klagen über die Sündhaftigkeitder Menschen und ihrer Verzweiflungah der eigenen Kraft, mit ihrem sehnsftc^tlgeil-. yed,apjg^n-׳f®äch Gnade und Frieden liest, so staunt man,; von allen Lehren über die L i e b e O o t t e s, allen Aufforderungen, ihn zu suchen und zu ihm: ziirückzukehren, von seiner Bereitwilligkeit, zu v e r - | g e b e n und den Mehschen w i e d e r r e i n werden j zu lassen, wie sie durch das Gesetz und diePröpheten

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