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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 4 · p. Seite 411

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 4
Article
Zur Geschichte und Charakteristik der paulinischen Briefe
Date
1907-01-01
Page
Seite 411 (sequence 17)
Language
German
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Zur Geschichte und Charakteristik der paulinischen Briefe. 411 gegenüber stellt, ebenso, wie Gesetz und Gnade, Fleisch und Geist, die sinnliche Welt, die vergänglich ist, und die geistige, die bleibt. Mit den Gnostikern wanderte später der Paulinismus und seine Literatur auch nach Rom und erfuhr dort im Laufe des zweiten Jahrhunderts mancherlei Umbildung, eine Annäherung an den Vorstellungskreis der herrschenden Lehren und Schriften des Christentums und schließlich, trotz vorangegangener heftiger Kämpfe, die Aufnahme in den Kanon der sich bildenden katholischen Kirche. Paulus, dessen Bild durch die seinen Namen tragenden Briefe immer reicher und glänzender sich gestaltet hatte, rückte, nachdem ihm längere Zeit hindurch der Titel eines Apostels bestritten worden war und er nur als Apostel der Gnostiker gegolten hatte, an die Seite von Petrus und wurde gleich ihm als ein Haupt der christlichen Kirche verehrt. Und die an ihn sich anknüpfenden Lehren und Anschauungen drangen auch vielfach in die aus andern Kreisen stammenden Schriften des Neuen Bundes ein (S. 208 ff. 144—155. 270). Es ist gewiß eine radikale Lösung der vorhandenen Schwierigkeiten, die uns hier geboten wird, aber es geht nicht mehr an, sie als eine hyper kritische zu bezeichnen und, wie seither geschehen, mit kurzen Worten über sie hinwegzugehen. Die Methode van Manens ist so gründlich und sorgsam, seine Prüfung der einzelnen Schriftstellen so 'vorsichtig abwägend, er weiß seine Behauptungen durch Beweise und Zitate aus der älteren christlichen Literatur vielfach so überraschend zu bekräftigen, daß es schwer sein wird, ihn zu widerlegen. II. Der Wert, ja wir können sagen, die Wahrheit der neuen Auffassung der paulinischen Briefe, als eines Erzeugnisses, nicht des Apostels Paulus, sondern einer, nur seinen Namen tragenden, neuen religiösen Richtung, die innerhalb des

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