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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 4 · p. Seite 400

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 4
Article
Zur Geschichte und Charakteristik der paulinischen Briefe
Date
1907-01-01
Page
Seite 400 (sequence 6)
Language
German
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400 Zur Geschichte und Charakteristik der paulinischen Briefe. in die christliche Gemeinschaft aufgenommen und 'selbst mit den jüdischen Speisegesetzen gebrochen habe (C. 10. u. 11). Und in ihr nimmt Paulus eine zwar auch bedeutende, im Vergleich zu seiner eigenen Darstellung aber viel bescheidenere Stelle ein. Mit ihrer Darstellung stimmen auch die andern Schriften aus der Frühzeit des Christentums überein, während die sogenannten Clementinischen Homilien und Recognitionen und die apokryphen Akten des Petrus und Paulus von heftigen Kämpfen zwischen beiden Aposteln berichten und Paulus als den Verbreiter einer falschen Lehre darstellen, auf den das Wort Jesu von dem »feindseligen Menschen« gemünzt sei, »der Unkraut unter den Weizen gesät habe« (Matth. 13, 24 f.)1) Ein unbefangenes Anhören dieser verschiedenen Stirnmen lehrt jedenfalls, daß die Briefe des Paulus eine sehr einseitige Darstellung von seiner, wie von der Wirksamkeit der andern Apostel geben. Und die Schmähungen, in denen er sich gegen seine Mitbewerber um die Gewinnung der Heiden ergeht, lassen sie außerdem als leidenschaftliche und vielfach gehässige Parteischriften erscheinen. Es wirkt darum vielfach überraschend, zu beobachten, wie die maßgebenden Vertreter der protestantischen Theologie in Deutschland in ihrer Bewunderung für Paulus bei diesen Streitigkeiten und Eifersüchteleien nicht nur für ihn Partei nehmen, sondern auch seine Briefe als in jeder Beziehung einwandfreie und wahrheitsgetreue Berichte über ihre Zeit ansehen. Was nicht mit ihnen übereinstimmt, gilt als verdächtig und insbesondere das Buch, das im Neuen Testament die offizielle Bestimmung hat, über die Zeit nach dem Todejesu zu berichten, die Apostelgeschichte, wird den Briefen Pauli gegenüber als eine tendenziöse Darstellung betrachtet, seine Angaben und Mitteilungen werden möglichst so ge- נ) s. Hausrath Ntestl. Zeitgesch. IV2, ]31 ff.

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