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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 4 · p. Seite 390

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 4
Article
Biblische und babylonische Religion
Date
1907-01-01
Page
Seite 390 (sequence 6)
Language
German
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390 Biblische und babylonische Religion. oder Fieber . . . oder der Totengeist der Familie, oder der Totengeist eines Fremden, sei es welches Böse auch immer, sei es was für Ünheil auch immer, das mit Namen nicht genannt wird, usw. — reines Wasser sollst du sprengen, .. . . Lämmer opfern, . . ..Datteln . . ,, Mehl hinschütten, Mus aus Honig und Butter hinstellen, ein Räucherbecken mit Cypresse hinstellen, Wein ausgießen, niederknien, das Räucherbecken, Fackel, Weihwassergefäß sollst du . . ., vor dem Sonnengott folgendermaßen sprechen: »Beschwörung. Sonnengott, großer Herr, hehrer Richter, eingesetzt über die Gesamtheit des Himmels und der Erden, der da leitet Tote und Lebende, ich haue um . . . eine heilige Tamariske, einen reinen Baum für die Gestalt von Bildern, die ich im Hause des N. N., Sohnes des N. N., zur Niederwerfung des Bösen aufstellen werde« usw. Zwei hervorstechende Merkmale sind es, die demunbefangenen* unvoreingenommenen Betrachter der baby- Ionischen Religion immer wieder auffallen: die Vielheit der Kultzentren und die starre, entsetzliche Beharrlichkeit, mit der sich diese Götter und ihre Kulte durch die Jahrtausende behauptet haben. Nirgends hat sich das Gesetz der Trägheit menschlichen Denkens grausamer durchgesetzt als in Babylonien und Assyrien. Wie eine verdorrte Föhre auf ödem Heidesand, so ragt diese Religion durch unermeßliche Zeiträume, und da kommt kein begeisterter Prophet, kein todesmutiger Gottesmann, der den unfruchtbaren Baum niederschlüge und den Boden urbar machte. Zur Hammurabi-Zeit, also 2100 v._Chr., wird — um nur ein Beispiel anzuführen von der toten Starrheit babylonischer Kulte — in der Stadt Dilbat der Getreidegott Urasch verehrt — »ich, Hammurabi, häufte auf Getreidehaufen für Urasch, den Gewaltigen,« — und noch im siebenten Jahrhundert v. Chr. besteht dessen Kult unverändert fort. Anderthalb Jahrtausende fast sind dahingegangen; große politische Umwälzungen haben einander abgelöst; aber an

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