Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 51 (1907)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Biblische und babylonische Religion
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 386 (sequence 2)
- Language
- German
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330 Biblische und babylonische Religion. er [die Schritte], indem er glänzend einherzieht. Er tritt hinein vor die Göttin Belit; alles ist zur Brautschaft zugerüstet. Im Innern von Echarschaba verbreitet er wie der Tag Helligkeit. Auf dem Ruhelager der fröhlichen Nacht (der Hochzeitsnacht) legen sie sich zum Schlafe nieder.« Über weitere Einzelheiten einer solchen kultischen Götterhochzeit gibt ein Priesterbericht an den König Asarhaddon (7. Jahrhundert v. Chr.) Aufschluß*). »An den König, meinen Herrn etc. Morgen, als am vierten [Ijjar], gegen Abend, werden Nabu und (seine Gattin) Taschmet in das Bettgemach einziehen. Am fünften wird man ihnen das . . . des Königs zu essen geben; der Tempel Vorsteher wird sich niederlassen; einen Löwenkopf, eine Fackel (?) wird man nach dem Palast bringen. Vom fünften bis zum zehnten bleiben die beiden Gottheiten im Bettgemach, und ebenso lange verweilt der Tempelvorsteher dort. Am elften wird Nabu ausziehen, . . . zum Jagdrevier wird er gehen, Wildochsen erlegen; dann wird er hänaufziehen, in seinem Wohnsitz (wiederum) wohnen.« — Istar, die Liebesgöttin, wird unter anderem vorgestellt als eine Kuh; derb und wenig geschmackvoll heißt es von einem assyrischen König in einem Hymnus an Nabu: *•Schwach warst du, Asurbanipal, als du saßest auf dem Schoße der Göttin, der Königin von Ninive. Du hast von den vier Brüsten, welche dir in den Mund gesteckt waren, aus zweien gesogen, in die zwei anderen dein Gesicht vergraben«2). — In etwas dunkler Andeutung ist im Eingänge des Codex Hammurabi von den Gräbern einer Göttin die Rede; sonach scheint die Vorstellung geherrscht zu haben, daß der Tod selbst der Götter nicht schone3). Der Grundzug der babylonischen Religion ist der *) A. a. O. S. 37. s) Zur Übersetzung s. Zimmern, Keilinschriften und das alte Testament, S. 379. s) Vergleiche auch das Grab des Bel, a. a. O. S. 371.