Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 51 (1907)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Erwiderung an Herrn Prof. Dr. Pfaff
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 383 (sequence 4)
- Language
- German
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Erwiderung an Herrn Prof. Dr. Pfaff. 383 die Beschneidung und dgl. so streng bewahrt hat. Sie sind es ohne Zweitel nicht.« Man sollte allerdings nicht sagen »die Juden« genießen odet־ gebrauchen Men sehen blüt.» Ab er daß es'ab e rglaubisclie J d d e n gibt, die uralter Überlieferung folgend, diesem schrecklichen Brauch 5huldigen, das ist für jeden außer Zweifel, der die Geschichte der1 unzähligen Fälle von Blutbeschuldigung aufmerksam durchgeht, Nicht jede Blutbeschuldigung von Juden ist berechtigt, ebensowenig wie eine" jede Mordanklage.« Demgegenüber sei es nochmals betont: Wohl glauben wir Juden nicht »allein von abergläubischen Vorstellungen frei zu sein;« aber? — öbschon Prof. Pfäff sagt: »das wäre eine ungeheuerliche Selbstüberhebung« so glauben wir Juden fest, daß wir v o n •de!ra B 1 a t ab e r g 1 a ab e n, d e r z u m M e n s c h e n m o r d e führt, frei sind! :: »All das sind Fragen der Volkskunde«, damit weist der Ankläger uns alle zurück. Er allein versteht das^ Nun, die Herren, welche die Kenntnis der Völkseele sich allein zuschreiben, sollten ddch Bedfenkbn, daß] sie weit im Erkennen und Wissen voran gekohlhieh• seiii müssen, um in Wahrheit, die Seele auch nur eines Volkeis wirklich zu' kennen; Wir juden bieten ihnen, ‘ui ünserm Wesen, ־Verhalten; Deriken und Empfinden so viele Etatsel‘, 'und doch ״ wagen sie’es, uns in ihre Schablone zu zwängen. Was'• PVof.״ Pfäff und seinen Gesinnungsgeribssen — denn Gesinnu ligj nicht Wi s s eJii s c h ä ft tritt "liier bestimmend hefvör —''unerklärlicb'ist, ist üns klar und deutlich. Die gewaltige, umbildende Macht der Thora, der Lehren und vielleicht noch mehr dfrr Gesetze und der Btätiche des Judentums hat aus den Seelen seiheV Bekenner )eilen' schtecklidfiän Aberglauben vollsfändig getilgt, mochte0 er auch aus änberh Volkse eien" nicht schwinden wollen.' Der nicht VÖreingyhbmniätfeh Leser wegen erlaube ich mir hier nochmals 'darauf י11611^5מ.־20':ס881^ענ^סג Wäre es anders gewesen^ hatte es 'Rituälm6i־äeäunter den5 Juden' gegeben^ warum 'hat0 clie besamtheitder ‘ gesetzestreuen Juden,J welch e d ach! Mord und Biütvergieß en utid BIütgenüB so‘ 1heftig veräbschetif, "solche Mörder, die doch so vieles^Elend׳uber sie Bringen müßten, nicht der weltlichen GerichtsbätkSit' äüsgeliefert'? tVaren' diese äöch:Frevler gegen Öott und das Gesetz, und Forderung des Gesetzes ist es: Du sollst ’austilgeh das Bösfe 1aus deiner Mitte (V. Buch Moses 13, 7. 19, 13 und oft). Diesen Sündern wäre nur geschehen; was sie verdient haben. Aber was nicht vorhanden ist, kann man nicht finden, wenn man nicht Unschuldige verlästern und beschuldigen will. Der Vorstand der Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-