Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 51 (1907)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Erwiderung an Herrn Prof. Dr. Pfaff
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 384 (sequence 5)
- Language
- German
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384 Erwiderung an Herrn Prof. Dr. Pfaff, u. s. w.-kunde hat es für nötig gefunden, eben diesem 4. Hefte des 22. Bandes der Alemannia, die, soviel ich sehe, den vorangegangenen Heften nicht vorgedruckte Bemerkung voranzustellen: »Für den Inhalt ihrer Aufsätze sind die Verfasser verantwortlich.«. Aber der Erklärung des Prof. Pfaff hat derselbe Vorstand hinzugefügt: »hierzu erklärt der Vorstand u, s. w, 1. Herr Prof. Dr. Pfaff hat bei seiner oben erwähnten Rede den Rahmen einer berechtigten und erlaubten Kritik keineswegs überschritten. 2. Der Ausdruck des Herrn Rabbiners Dr. Lewin, daß Herr Prof. Pfaff in seiner diesbezüglichen Darstellung sich mit der Firma unseres Vereins decke, wird als unwahr entschieden zurückgewiesen.« Für diese Erklärung trägt der Vorstand die Verantwortlichkeit. Darum möge er sich gesagt sein lassen : ad. 1. Herr Prof. Pfaff hat selbst nicht behauptet (vgh S. 328), in seinem Vortrage an seinen wissenschaftlichen Gegnern, wie Stobbe, Vo Amira, Wolfram überhaupt Kritik geübt zu haben. Gerade daß er ohne jede Kritik den sog. Endinger Judenmord vor Hunderten einfacher Bürger als geschichtliche Tatsache vorführte, die Freiwilligkeit des Geständnisses behauptete, die Begebenheit als »ein Glied in der großen Kette ähnlicher Fälle vom 13. Jahrhundert bis heute« bezeichnete und in gewissen Stellen des von Juden und Christen heilig gehaltenen alten Testaments, wie er sich selbst interpretiert, »eine bedauerliche (!) Stütze des Blutaberglaubens« fand —־ gerade diese^kritik- und diese beweislosen Behauptungen haben mich zu meinein Urteil berechtigt. ad. 2. Jene Hunderte einfacher Endinger Bürger haben in Prof. Pfaff den Vertreter einer wissenschaftlichen Körperschaft gesehen, die den Endinger Ausflug veranstaltete und hinter ihm stand. Das mußte Prof. Pfaff sich vor Augen halten, und in diesem Sinne habe ich gesägt, er habe sich mit der Firma des Vereines gedeckt. Und diese Deckung wiederholt ja Herr Prof. Pfaff jetzt wieder (S. 327) : »Mein Vortrag ist auf Wunsch des Vorstands gehalten. Ich selbst habe, da ich die Verhältnisse kenne, davor gewarnt!« Und demgegenüber nennt der Vorstand meine Behauptung unwahr, obgleich er selbst kein Wort des Vorbehalts gegenüber der Ffaffschen Behauptung h in zugef ügt hat! Freiburg im Br. Lewin. Unberechtigter Nachdruck aus dem Inhalt dieser Zeitschrift ist untersagt. Für die Redaktion verantwortlich: Dr. M. Brann in Breslau. Drück von Adolf Alkalay & Sohn in Pressburg.