Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 51 (1907)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Krotoschin
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 360 (sequence 2)
- Language
- German
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3JgO Zur Geschichte der Juden in Krotoschin. dem nicht zugrunde. Nur ein sechsjähriges Kind, Zebi Hirsch, Sohn des Rabbi Löb und Enkel des gleichnamigen Rabbinatsassessors, starb infolge einer Rauchvergiftung1). Auch die neüferbautfe Synagoge ging gelegentlich des großen Stadtbrande§> am 24• Juni 1887 in Flammen auf2 *). An ihre Stelle trat das jetzige massive Gebäude, welches in den Jahren 1843—46 neugebaut und von Rabbiner Dr. Gebhardt eingeweiht, 1894 umgebaut und mit dfner Orgel versehen wurde8). Von 1827—43 wurde der Gottesdienst in 10 Bethäusern abgehalten. Krotoschin hatte bereits am Anfang des 1?., wahrscheinjich aber schon im 16. Jahrhundert einen eigenen jüdischen Friedhof. Bis zum Jahre 1762 wurden die in Breslau Verstorbenen in großer Zahl nach Krotoschin überführt und daselbst bestattet4). Selbstredend gilt dies auch von vielen Städten der Provinz Schlesien und von allen Ortschaften im weitesten Umkreis Krotoschin?5). Dies entnehmen wir aus dem Totenbuch der Gemeinde, das eine Zusammenstellung aller hierorts Bestatteten aus den Jahren 1675—1831 enthält. Aus der Schilderung des großen Brandes im Jahre 1774 geht hervor, daß alle anderen Verzeichnisse über Leben, Blüte, Entwicklung und Sterbefälle dem verheerenden Feuer zum Opfer gefallen sind6 *). Nur wenige Daten sind uns aus den vorangegangenen Jahren erhalten. So z. B. 1j Vgl. das Totenbuch der Gemeinde Krotoschin vom Jahre 1675—1831 תל״ה עד תקצ״א, s. 52 f. 2) Vgl. die Liste der Verstorbenen vom Jahre 1827 *; תקפי׳ ודוד הלך ■ונסע מביתו עזלשד. שבועות אחר השריפה דקד■»לתינו. s) Vgl. das Archiv der Synagogengemeinde Krotoschin und Festschrift der Posener Pfovinzial-Lehrerversammlung, Krotoschin 1603, S. 22. 4) Vgl. das bereits erwähnte Totenbuch bis zum Jahre תקכ״פ 1762. 6) So z. B. Kobylin, Zduny, Koschmin, Lissa, Kempen usw. °) Vgl• Totenbuch S. 52.