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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 3 · p. Seite 359

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 3
Article
Zur Geschichte der Juden in Krotoschin
Date
1907-01-01
Page
Seite 359 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Zur geschieht^ Öer Juden in Krotoschin. Von Dr.; Heinrich Berger. Die. Stadt Krotoschin, jünger als die bereits im 13. Jahrhundert gegründeten Städte Zduny, Kobylin und Köschmin, ist wahrscheinlich im 14. Jahrhundert in der Nähe des noch gegenwärtig Alt-Krotoschin benannten Dorfes entstanden. Ob bereits um diese Zeit Juden daselbst gewohnt haben, ist nicht festzustellen. Im Jahre 1415 erfolgte die Übersiedlung der Stadt an eine andere Stelle. Es ist anzunehmen, daß sich bereits gegen Ende des 15. Jahrhunderts jüdische Kaufleute und Handwerker in Krotoschin niedergelassen und etwa im 16. Jahrhundert eine eigene Oemeinde gebildet haben. Als steuerkräftige Zahler wurden sie in die adeligen polnischen Städte aufgenommen und fanden Schutz und Unterkunft, während ihnen die anderen, und insbesondere die bischöflichen Städte, verschlossen blieben. Allerdings gehörten sie nicht zur Ortsgemeiride, sondern standen unter dem Schutz, der Aufsicht und Gerichtsbarkeit des Schlosses. Sie bewohnten auch in der Nähe des Schlosses ein besonderes Quartier1). Schon im 17. Jahrhundert stand dort eine Synagoge, die im Jahre 1774 mit der halben Stadt und dem ganzen Judenquartier eingeäschert wurde. Bei diesem großen Brand wurden noch ein Bethaus, ein Lehraus (Bet ha-Midrasch), sämtliche Thorarollen, Silbergeräte und mehrere Bibliotheken ein Raub der Flammen. Tausende von Menschen, darunter der ganze Judenblock lagerten auf dem Felde und suchten Schutz in den Wäldern. Ohne Hab und Gut, ohne Haus und Hof, ohne Kleidung und Nahrung waren sie dem nackten Elend preisgegeben. Die Menschen gingen trotzl) Vgl. Eggeling, Geschichte der Stadt Krotoschin, Beilage zum Jubiläums-Programm des kgl Gymnas. Krotoschin 1886, S. 16 f.

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