Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 3 · p. Seite 315

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 3
Article
Zur Redaktion der Mischna
Date
1907-01-01
Page
Seite 315 (sequence 25)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2829803-2829807-2887618--35367-2887693
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Zur Redaktion der Mischna. 315 Ob der Beginn dieser Lehrform genau mit dem Ende der Sopherim-Epoche zusammenfalJe, wie Frankel meint, oder weiter herabzurücken sei, darüber läßt sich gegenwärtig nichts Bestimmtes ausmachen. Da indessen die »abstrakte« Halacha wie wir gesehen, jedenfalls vor Hillel schon herrschend war und vermutlich auch schon zur Zeit der Duumvire, ' der זוגות, so muß es damals auch bereits eine geordnete Halacha-Sammlung gegeben haben. Ein bestimmter Zeitpunkt aber für ihren Anfang läßt sich nicht mehr feststellen. Ebenso wenig läßt sich mit Zuverlässigkeit sagen, ob die erste Halacha-Sammlung bereits in der Form unserer Mischna, oder aber nach anderen Prinzipien und . Gesichtspunkten geordnet war1). Indessen dürfte man mit der Annahme wohl nicht fehl gehen, daß jedenfalls zur Zeit Hillels bereits eine Einteilung in Traktate etc. nach Art unserer Mischna bestanden habe, so daß man immerhin berechtigt wäre, auch von einer »Mischna« Hillels zu werke zurückgeführt werden, sind R. Ismael und R. Akiba, bzw. dessen Schüler. *) Aus Scbebuoth I, 1 Sota VII, 1—2 und vielen anderen Stellen unserer Mischna, in welchen Halachas, die der Materie nach wenig oder garnicht zusammengehören und nur teils um des Gegensatzes willen (חומד בזה סבוה,. יש בזה מה שאין בזה u. drgi. m,), teils wegen äußerer Ähnlichkeit, wie durch Gleichheit der Zahl (שתים שהן ארבע etc.) oder der Form (אין בין ... אלא) an einander gereiht sind, hat man schließen wollen, daß dies die älteste Form gewesen sei für die Ordnung der Halachas (cfr. Krochmal 167 b). Allein daß gerade Schebuoth I, 1 teilweise sehr jungen Ursprunges ist, hat bereits der Talmud richtig erkannt (vgl. das. 6 a רבי היא ונסיב לה אליבא רתנאי), und zum mindesten ist diese Mischna in ihrem ersten Teile jünger als R. Akiba und R. Ismael, wie eine Vergleichung mit II, 5 bzw. III, 5 ergibt. Man wird darum auch sonst Bedenken tragen müssen, in derartigen Zusammenstellungen eine archaistische Form zu suchen. Dagegen scheint es allerdings, daß die Zahlangaben an der Spitze der Halachas wie חמשה לא יתרומו u. dgl. aus sehr alter Zeit herrühren, cfr. Jer. Schekalim V, 1, wo sie von R. Abahu auf die Sopherim zurückgeführt werden.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.