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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 3 · p. Seite 310

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 3
Article
Zur Redaktion der Mischna
Date
1907-01-01
Page
Seite 310 (sequence 20)
Language
German
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310 Zur Redaktion der Mischna. mündliche Lehre als in der Schrift selbst begründet darzutun. Hillel ist auch der erste, von dem wir hören, daß er, u. zw. gleichfalls vor dem betyrenischen Synhedrion, bestimmter I nt e r p r e t a t i o n s r eg e 1 n, der sögenannten »7 Hillelschen Regeln« sich bedient habe1). Zwar hatte Hillel mit seinem Bestreben vor dem bethyrenischen Synhedrion keine Gnade gefunden, er mußte sich fügen und zur Tradition, d. i. zur »abstrakten Halacha« wieder seine Zuflucht nehmen. Zweifellos aber hat er später, als er selbst an die Spitze des Synhedrions getreten war, seinen Plan, die schriftliche und mündliche Lehre mit einander wieder zu verbinden, von neuem aufgenommen und die Methode der Schriftauslegung in seinen Lehrvorträgen zur Anwendung gebracht. Es ist gewiß nicht zufällig, daß von Hillel, und von ihm zuerst, uns auch sonst Beispiele halachischer Schriftdeutung überliefert sind2). Sicher aber ist, daß in der Zeit nach Hillel die Schriftauslegung allmählich immer mehr und mehr wieder in Aufnahme gekommen ist, also gerade zu der Zeit, in der nach Hoffman der Übergang vom Midrasch zur Mischna stattgefunden haben soll. Schon die Schulen die Tradition seiner Lehrer gebe, die ja ihre Halachas nach Hoffmann nur als Midrasch tradierten? Vollends gar, wie sollen wir uns das Verhalten Hillels erklären, daß er unermüdlich so viel Anstrengungen macht und hartnäckig darauf besteht, die Entscheidung jener Frage aus der Schrift selbst herzuleiten, anstatt sogleich* *mit seiner Überlieferung hervorzutreten, nach der er ja allein gefragt worden ist? Kein Zweifel, hier handelte es sich um eine Prinzipien« frage! Hillel wollte die Tradition wieder in engere Beziehung zur Schrift selbst gebracht sehen, während das damalige Synhedrion sich dagegen stemmte, die Halacha, anstatt, wie bisher, auf die Tradition, auf die Schriftausiegung zu stützen. *) Tosefta Sanhedrin VII, 11 שבעה דברים דרש הלל הזקן לפני זקני• בתידה׳ קל וחומר וכר אלו שבע פדות. דרש הלל הזקן לפגי. בכי בתידה vgl. Siphra, Eingang 1,7. 2) Vgl. Siphra Schemini zu Lev. 11,36; das. Tasria, Negatm IX zu Lev. 13, 37 und Jeruschalmi Pesachim VI, 1; 33 a unten.

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