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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 3 · p. Seite 308

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 3
Article
Zur Redaktion der Mischna
Date
1907-01-01
Page
Seite 308 (sequence 18)
Language
German
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308 Zur Redaktion der Mischna. daß ihre Dauer mit derjenigen der So p h e r i m-Epoche Zusammenfalle, daß dagegen mit dem Aufhören der »Sopherim« auch die alte Lehrweise aufgegeben worden und an die Stelle des Midrasch die »abstrakte Halacha« getreten sei. Mit der neuen Lehrweise in der nachsopherischen Zeit mußte demnach auch das Bedürfnis sich sogleich geltend gemacht haben, die vom Schriftwort losgelösten Halachas in anderer Weise zu ordnen, zumal ja nach Frankel (das. S. 6) die Umgestaltung der Lehrform eigens den Zweck gehabt habe, die verschiedenen Halachas, die bisher an der Hand der schriftlichen Lehre nur lose an einander gereiht waren, in ein festeres Gefüge, in •eine innigere Beziehung zu einander zu bringen und sie nach »logischen Gesichtspunkten« zusammenzustellen. Umsomehr bleibt es ein Rätsel, warum Frankel dennoch den Beginn der Mischna-Ordnung erst zur Zeit R. Akibas, also mehr als 300 Jahre später angesetzt hat1). Hoffmahn hat diese Schwierigkeit, die sich ebenso sehr gegen seine »erste Mischna« erhebt, offenbar herausgefühlt, und um ihr auszuweichen, hat er folgenden Ausweg eingeschiagen. Nach ihm ist allerdings mit der Umwandlung der Lehrform auch gleichzeitig »die erste Mischna« entstanden; aber er behauptet zugleich, daß diese Umwandlung erst(vier Dezennien nach Hillel stattgefunden habe. Da- :gegen habe bis dahin »der Midrasch die ausschließliche Form der traditionellen Lehre« gebildet (S. 12—26). Daß!diese Ansicht mit der erwähnten Angabe Scheriras sich nicht gut vereinigen lasse, braucht wohl kaum gesagt zu werden. Schlimmer ist, daß sie auch mit den Tatsachen in Widerspruch steht, ja dieselben geradezu auf den Kopf «teilt. *) Es ist dies um so unbegreiflicher, als ja Frankel selbst den Grundstock teils ganzer »Ordnungen« unserer Mischna, teils einzelner Traktate in derselben als sehr alten Ursprungs und aus einer Zeit lange vor der Tempelzerstörung herrührend anerkennt (a. a. O. S. 16). '

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