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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 3 · p. Seite 307

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 3
Article
Zur Redaktion der Mischna
Date
1907-01-01
Page
Seite 307 (sequence 17)
Language
German
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Zur Redaktion der Mischna. 307 Sammlung hinweisen, keine einzige, die weiter als in die Regierungszeit Agrippas I hinaufführte, so wären wir doch schon aus inneren Gründen genötigt, die ersten Anfänge einer Mischna-Ordnung in einer weit früheren Periode zu suchen und mit Bestimmtheit vorauszusetzen. Wie sollen wir uns denn sonst bei der Menge der zu tradierenden Halachoth auch nur die Möglichkeit vorstellen einerseits für das Schulhaupt, sie darzulegen, und andererseits für die Jünger, sie sich ins Gedächtnis einzuprägen, wenn sie nicht zuvor nach irgend einem Prinzipe oder System zusammengestellt und geordnet waren? So früh auch die Halacha gelehrt worden, immer muß es doch, das liegt auf der Hand, auch einen Leitfaden für ihre Lehrweise gegeben haben. Nun ist es allerdings wahr, daß eine geraume Zeit hindurch das Schriftwort selbst diesen Leitfaden abgegeben und das Bedürfnis nach einem anderen gar nicht Vorgelegen hat. Wie nämlich Scherira mit Recht behauptet und Frankel in seiner Hodegetik (3 ff.) dann auch durch Gründe näher dargetan hat, ist uranfänglich zur Zeit des zweiten Tempels die mündliche Lehre im engsten Anschluß an das geschriebene Gesetz selbst, als dessen nähere Erläuterung und Auslegung gelehrt worden, also in einer Form, ähnlich derjenigen, die unsere halachischen Midraschim zeigen. Erst später ist an ihre Stelle die Form der vom Schriftworte losgelösten Halacha getreten, wie sie sich uns in unserer Mischna darstellt, und die wir mit Frankel »abstrakte Halacha« nennen wollen. Es ist klar, daß so lange noch der »Midrasch« die ausschließliche Form der Traditionslehre gebildet hat, von einer Halacha-Sammlung oder Mischna-Ordnung überhaupt nicht die Rede sein konnte. Allein Scherira behauptet auch nur, daß dies in der »allerersten Zeit des zweiten Tempels« der Fall gewesen sei ,ומעיקרא בבית שני ביומי הראשונים לפום ההוא אורחא הוד תנינהו, und Frankel begrenzt diese Zeit noch genauer dahin, 20*

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