Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 51 (1907)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Redaktion der Mischna
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 297 (sequence 7)
- Language
- German
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Zur Redaktion der Mischna. 297 seinen Sitz hatte, gelebt hat. Auch auf diese Talmudstelle hat Frankel selbst gelegentlich der Erwähnung des Simon aus Mizpa (a. a. O. 66) einmal hingewiesen, ein Beweis, wenn es dessen überhaupt noch erst bedürfte, daß er sie keineswegs übersehen habe. Um so unbegreiflicher erscheint es, daß er trotzdem sich darauf versteift, den Beginn der Mischna-Ordnung eist von R. Akiba zu datieren. Krochmal weist aber ferner nach, daß auch die Ordnung des Tr. T a m i d aus sehr alter Zeit herrühre und bereits Simon aus Mizpa Vorgelegen habe, daß in unserem Traktate Schekalim Partieen enthalten seien, die wahrscheinlich sogar auf eine noch weit frühere Zeit zurückweisen, auf die Zeit kurz nach dem Bruderkriege zwischen Hyrkan und Aristobul, also etwa auf die Zeit Hilleis. Ebenso weist er auch noch in anderen Traktaten Stellen nach, deren Ur- Sprung in sehr alter Zeit zu suchen sei, die wir aber hier füglich übergehen können. Dr. Hoffmann hat sodann mit ebenso viel Scharfsinn wie Gelehrsamkeit noch zahlreiche andre Partieen in unserer Mischna nachgewiesen, die aus einer alten, noch in die Zeit des Tempelbestandes zurückreichenden Mischna- Ordnung herrühren1). Hinzuzufügen wäre noch, daß die beiden Traktate Negaim und Oholoth offenbar bereits R. Eleasar b. Asarja Vorgelegen haben2). Insbesondere aber möchten wir noch auf ein Moment hinweisen, das nach dieser Richtung hin unseres Wissens bisher noch nicht gewürdigt worden ist, nämlich auf die Tatsache, daß unsere Mischna selbst direkte Hinweise auf andere Halacha-Sammlungen enthält, insofern in ihr mehrfach sich Stellen finden, die schon der Form 1) a. a. O. S. 12-26. 2) Cfr. Chagiga 14 a und Sanhedrin 67 b, wo er zweimal eine haggadische Deutung R. Akibas mit der Bemerkung zurückweist כלך מדברותיך ולך אצל נגעים ואהלות; daß der Traktat Negaim sehr alt ist, ist auch aus Tosefta Negaim I, 1 zu ersehen.