Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 51 (1907)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Redaktion der Mischna
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 296 (sequence 6)
- Language
- German
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<13G $96 Zur Redaktion der Mischna. können, daß R. Jose habe sagen wollen : »So lautet die Kontroverse in R. Äkibas Mischna; die »frühere Mischna« dagegen hatte dafür folgende Version«. Und genau so verhält es sich zweifellos auch mit der Bemerkung desselben Mischnalehrers in M. Sanhedrin III, 4, die offenbar besagen will : »Diese Form der Halacha gehört R. Akibas Mischna an, in der »früheren Mischna« dagegen hatte sie folgenden Wortlaut«1). Daß es in der Tat schon lange vor R. Akiba, ja lange vor der Tempelzerstörung auch eine Mischna■ Ordnung gegeben hat, dafür liegen so zahlreiche und zwingende Gründe vor, daß jeder Zweifel hierüber füglich ausgeschlossen erscheint. Schon N. Krochmal hat in seiner auch heute noch sehr beachtenswerten, an vortrefflichen Bemerkungen und wertvollen Winken reichen Abhandlung über die mündliche Überlieferung (More Nebuche etc. Pforte 13), eine Reihe von überzeugenden Argumenten für diese Tatsache beigebracht. Daß mindestens 2 Traktate, Middot und Joma, in der Zeit vor R. Akiba redigiert waren, wird übrigens vom Talmud selbst ausdrücklich bezeugt. Nach dem Zeugnis R. Hunas (Joma 16 a), der hier offenbar auf einer zuverläßigen Überlieferung fußt, rührt die Redaktion des Traktats Middoth von R. Elieser b. Jakob her, der den Tempel noch gesehen hat, und seine Autorschaft wird zudem auch noch vom Talmud mit Gründen erhärtet, die auch Frankel (a. a. O. 73) als durchaus zutreffend anerkannt. Ebenso bezeugt R. Jochanan (Joma 14 b), daß der Redakteur des Traktates Joma Simon aus Mizpa gewesen sei, der, wie aus Pea 11, 6 zu ersehen, ein Zeitgenosse R. Gamliels I gewesen ist und noch zur Zeit, als das Synedrion in der Quader-Halle des Tempels l) Vgl. auch Tosefta ParaIV, 1, wo es auch nur heißen kann: so lautete die »frühere Mischna«, da es sich auch hier nicht um eine einzelne Lehrmeinung, sondern um eine Controverse mehrerer Tannaim handelt.