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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 3 · p. Seite 295

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 3
Article
Zur Redaktion der Mischna
Date
1907-01-01
Page
Seite 295 (sequence 5)
Language
German
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Zur Redaktion der Mischna. 295 wäre, ob nicht auch sonst für die Existenz einer Mischna- Ordnung vor R. Akiba genügende Anzeichen sich vorfänden, darüber ist Frankel in eine Erörterung überhaupt nicht eingetreten. Er begnügt sich einzig und allein mit dem Hinweis darauf, daß der Ausdruck משנה ראשונה auch in Kethubboth V, 3 und Tosefta Para IV, 1 vorkomme, wo er auf eine der Zeit R. Akibas vorangehende Mischna-Ordnung schon darum nicht bezogen werden könne, weil dort teils darunter auch R. Akibas nähere Erklärung einer Halacha miteinbegriffen werde, teils sogar Lehrmeinungen seiner Schüler R. Jose und R. Simon mit משנה ראשונה bezeichnet werde. Er ist darum der Ansicht, daß unter dem Ausdruck משנה an diesen Stellen überhaupt nur eine einzelne H a 1 a c h a zu verstehen sei, der bisweilen eine andere, »ältere* als משנה ראשונה gegenübergestellt werde. Warum aber, wenn doch einmal der Ausdruck הראשונה nicht in absolutem Sinne als die »erste«, sondern nur relativ als »ältere«, »frühere« zu nehmen sei, unter משנה ראשונה nicht ebensogut auch eine relativ »ältere« oder »frühere« Mischnä-Ordnung, wie eine relativ »ältere« oder »frühere« Halacha verstanden werden könne, ist nicht abzusehen. Indessen werden wir auf diesen Punkt noch später zurückzukommen Gelegenheit finden. Aber zugegeben einmal, daß der Ausdruck משנה wirklieh auch schon in Mischna und Tosefta im Sinne einer einzelnen Halacha aufzufassen wäre, so dürfte dies jedenfalls für die Stelle in Tosefta, Maasser-scheni II, 12 schwerlieh als zutreffend zu erachten sein, da es sich hier ja gar nicht um eine verschiedene Lehrmeinung, um eine andre Halacha handelt, sondern um eine verschiedene Vers i o n in Bezug auf eine Kontroverse zwischen Schammaiten und Hilleliten1). Will man der Stelle keinen Zwang antun, so wird man den Sinn derselben nur dahin verstehen l) Frankel hat diese Schwierigkeit selbst herausgefühlt, wie aus der Anmerkung 2 zur Stelle za ersehen ist.

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