Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 51 (1907)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Redaktion der Mischna
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 293 (sequence 3)
- Language
- German
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Zur Redaktion der Mischna. 293 kaum gesagt zu werden, zumal die allmähliche Ent- Wickelung der Mischna bis zu ihrer gegenwärtigen Gestalt, wie sich noch zeigen wird, teilweise wenigstens die Voraussetzung bildet für die richtige Erkenntnis derjenigen Prinzipien, welche für das Verfahren ihres Ordners leitend waren. Wir beginnen darum unsere Untersuchungen mit einem ausführlichen Kapitel über die »Vorläufer unserer Mischna« sowie über die Bedeutung des in den halachischen Quellen vielfach gebrauchten Ausdrucks משנה ראשונה. I. Die Vorläufer unserer Mischna-Ordnung; die sogenannte »erste Mischna«. Unter dem »Mischnaordner« schlechthin versteht man allgemein den Patriarchen R. Juda ha-Nasi oder Rabbi. Für Raschi ist er auch der erste Mischrta-Redaktor, da es vor diesem, wie Raschi meint, »noch keine geordneten Traktate gegeben habe« ועד ימיו לא היו מסכתות סדורות (Mezia 33 b und 86 a); vielmehr hätten die Tannaiten bis dahin die Halachoth ungeordnet, wie sie sie von den verschiedenen Lehrern überkommen, auch weiter tradiert. Gleichwohl war die Tatsache, daß in Wahrheit die Mischna- Redaktion nicht erst mit Rabbi begonnen, daß er vielmehr geordnete Mischna-Sammlungen bereits vorgefunden, die er der seinigen dann zugrunde gelegt, auch den Alten keineswegs ganz unbekannt. So weist schon Simson aus Chinon in seinem Werke Krithoth (Abt. V, Pforte 2, § 58) auf den Ausspruch R. Joses am Ende des Tr. Kelim hin: »Heil dir Kelim, du bist ausgegangen von der Unreinheit und endest mit Reinheit« אשריך כלים שנכנסת בטומאה ויצאת בטהרה, aus dem hervorgehe, daß nicht nur diesem Schüler R. Akibas der Tr. Kelim bereits in einer ganz bestimmten Ordnung — die also spätestens aus der Zeit seines Lehrers herrühren konnte — Vorgelegen habe, sondern daß diese