Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 51 (1907)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Redaktion der Mischna
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 292 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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202 Zur Redaktion der Mischna. keineswegs den Zweck sämtliche noch schwebenden Fragen in Erörterung zu ziehen oder gar zur Lösung zu bringen. Vielmehr ist es ein enger begrenztes Gebiet, auf welches ihre Untersuchungen von vorneherein gerichtet sind, deren Ziel und Zweck hauptsächlich darin besteht, die für die Redaktion der Mischna leitenden Grundgedanken und Prinzipien aufzufinden. Schon Frankel hat, wie bekannt, auf diesen Gegenstand seine Aufmerksamkeit gerichtet und ihm ein ganzes Kapitel seiner »Hodegetik« gewidmet. Indessen wird es sich zeigen, daß unsere Untersuchungen von einem ganz andern Gesichtspunkte aus unternommen worden und darum auch in der Richtung, die sie einschlagen, von denjenigen Frankels wesentlich verschieden sind. Ihr ursprünglicher Ausgangspunkt bildete die Frage nach dem eigentlichen Ziel und Zwecke der Mischna und andererseits nach den Mitteln, deren sie sich dazu bedient, eine Frage, die in ihrem ersten Teile bisher kaum flüchtig berührt, in ihrem zweiten Teile aber unseres Wissens noch gar nicht aufgeworfen worden ist. Die Beantwortung dieser Frage bildet auch das eigentliehe Ziel und den Kernpunkt dieser Abhandlung. Dabei aber mußte eine Reihe von eigentümlichen Erscheinungen in der Mischna mit in Betracht und Untersuchung gezogen werden, die zum Teil auch schon Frankel in dem mehr erwähnten vierten Kapitel seiner »Hodegetik« registriert und zu erklären versucht hat, die jedoch dort, wie uns scheinen will, nicht in ihrem eigentlichen Wesen erkannt und ihrer wahren Bedeutung nach gewürdigt worden sind, so daß unsere Untersuchungen sich doch wieder vielfach mit denjenigen Frankels berühren und gleichsam als Berichtigungen und Ergänzungen derselben gelten können. Daß andererseits bei unseren Untersuchungen die Frage nach dem Verhältnis unserer Mischna zu früheren Mischna-Sammlungen gar nicht zu umgehen war, braucht