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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 3 · p. Seite 264

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 3
Article
Die wirtschaftliche und soziale Bedeutung der Juden im Mittelalter
Date
1907-01-01
Page
Seite 264 (sequence 8)
Language
German
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g64 Die wirtschaftliche u. soziale Bedeutung d. Juden im Mittelalter, vorwiegend bestimmte seltene; ansländische Produkte umfaßt, muß er weit mehr, als; heute von internationaler Bewegliehkeit sein. Der Betrieb des Handels erfordert daß der Kaufmann: selbst die>serr.Weitverkehr persönlich leitet, vielleicht der, überwiegende^;Xeil der kaufmännischen Tätigkeit besteht: damals in :;{lep! heute von ihm abgezweigten Speditions- und, Transporfverkehr. Darum muß auch dieser frühmittelalterliche Kaufmann, der in weit entfernte, halb oder ganz barbarische Gegenden seine Ware tragen oder sie aus ihnen beziehen;;.muß, ein wehrhafter Mann sein, der imstande ist, : sich nötigenfalls durch die Kraft seines eigenen Armes die; erforderliche Sicherheit zu schaffen; Nicht nur das ganze Mittelmeer befahren daher die jüdisehen Kaufleute mit ihren Schiffen, sondern vom Frankenlande bis tief in den Orient hinein erstrecken sich ihre Verbindungen. Wir; besitzen dafür auch außer dem oft zitierten jüdischen, Gesandten, den Karl der Große zu dem Ghalifen Harun al Raschid sendet, beweiskräftige Zeugnisse. Ein arabischer Postmeister des 9. Jahrhunderts beschreibt uns genau die . Routen, welche die jüdischen Kaufleute bei ihren Fahrten von Frankreich bis in den Orient machten, und es scheint, daß diese Fahrten sie bis nach Indien, vielleicht nach China führten.1) Als ein Gegenstück zu dem jüdischen Gesandten Karls des Gr. kennen wir auch einen orientalischen Juden, der einer Gesandschaft nach Deutschland angehörte und dessen ■ - 1J Allerdings weist Heyd, Gesch. des Levantehandels, Bd, I, S. 140 f. daraufhin, daß die Heimat dieser jüdischen Kaufleut'e nicht mit voller Sicherheit aus der Quelle zu erschließen ist. Überwiegende Wahrscheinlichkeit spricht indeß dafür, daß wir es mit Occidental]- sehen Juden zu. tun haben, die nicht nur vom Orient in ihre Heimat, sondern auch innerhalb des Orients selbst ausgedehnte Handelsbeziehungen pflegen. Von occidentalischen jüdischen Kaufleuten, die in Karawanen offenbar nach dem Orient kommen und dort von Juden gefertigte Gewebe oder Gewänder kaufen, ist, falls unser Text richtig ist, auch in den תשובות גאוני מזרח ומערב Nr. 149 die Rede.

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