Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 51 (1907)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die wirtschaftliche und soziale Bedeutung der Juden im Mittelalter
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 263 (sequence 7)
- Language
- German
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Die wirtschaftlichesoziale Bedeutung -d■; Juden im Mittelalter; £63 da§ Versprechen - einer Erleichterung1 * ihrer' ׳Lasten' :für Mi Christentum ~zü gewiri'nehT' Und wiederum verfiefimen^'Wij׳ von größeii'jädi^äieh Gfündherren ■ und seheri£idie; Kirche eifrig besorgt, daß das -in deren ׳' Dienst steh6׳öde Gejsmtfe und: die von uhnem abhängigen Bauern durefitfdie Beziehung zu den Juden keinen Schaden an ihrem SeeleftheiF nehmen’. FreündnachbarliGh sind diese jüdischen Bauern-odcu’Gruhdherren mit-ihrer Umgebung verbunden-, oft - in so ■engem Verkehr, daß stets erneute Konzilsbeschlüsse dem Ärgernis zu wehren suehem Von zwei Seiten her ergeben sieh nun Antriebe, über diesen allen wirtschaftlichen Verkehrs entbehrenden Zustand hinäüszugelangen. Einmal wirkt in dieser Richtung der Handel, der in schwachen Ansätzen auch in dieser Wirtschaftsperiode vorhanden ist. Denn wenn auch die Bauern- oder Gutswirtschaft so ziemlich ihren ganzen Bedarf selbst deckt, so gibtes doch einzelne, vor allem ausländische Waren, die ihr nur der Handel zu liefern vermag. Der Händler versorgt sie mit seltenen Gewürzen, mit kunstvollen Waffen, wohl auch mit feinen Geweben, welche die eigene Kunstfertigkeit nicht herzüstellen vermag. Und er tausicht dafür die Überschüsse ein, welche hier und da <iie Hauswirtschaft abwirft. Es lag nun in der Natür der Verhältnisse begründet, daß diese Tätigkeit zu gutem Teile in der Hand der Juden lag; sie sind zu solcher Wirksamkeit befähigt durch die erhöhte geistige Regsamkeit, die zweifellose kulturelle Überlegenheit, die sie zu dieser Zeit besitzen vor allem aber sind sie zur Übernahme dieser kaufmännischen Funktionen prädestiniert durch ihre reichen internationalen Beziehungen, durch die Möglichkeit, sich mit Hilfe der hebräischen Sprache überall verständigen zu können. Denn eben deshalb, weil jener Handel l) Von.-solchen scheint in der von Graetz V3 S. 40, Güäemann, Gesch. des Erziehungswesens der Juden in Italien. S. 29־ behandelten Äußerung Gregors I. die Rede zu sein. *•) Vgl. Güdemahn a. a. O.' S. 30. :