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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 3 · p. Seite 265

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 3
Article
Die wirtschaftliche und soziale Bedeutung der Juden im Mittelalter
Date
1907-01-01
Page
Seite 265 (sequence 9)
Language
German
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Die wrirtschaftü*:he u> soziale.Bedeutung d. Juden im Mittelalter. 265. deutsche Reiseettidrücke uns noch heute erhalten sind^). Es ist :nicht zu übersehen! wieviel:Vermittelung geistigen Gutes Europa diesen kühnen :jüdischen, Kaufleuteri zu danken hat<: Wenn ,-aber: die. jüdische Geschichte za berichten: hat von den so ,regen .:Beziehungen der großen babylonischen Hdchs.chul.en mit i den Ländern des Westens, :wenn die geistige: Entwickelung des: mittelalterlichen Judentums bei aller Mannigfaltigkeit nationaler Sonderung eine verhältnismäßig doch einheitliche gewesen ist, so stoßen wir auch hier auf die Spuren der Tätigkeit jener jüdischen. Kaufleute; Der von ihnen betriebene Handel nun aber bewirkte ,mit immer steigender Nachhaltigkeit eine Umgestaltung der Struktur des Wirtschaftslebens. Hatte sich der Händler: zunächst damit begnügen müssen, seine Ware ringsum im Lande, in den Dörfern und vor allem an den großen :Herrensitzen feilzubieten, so bilden sieh später jene Märkte und Messen, in denen sich der Handel konzentriert und die sicherlich auch auf die Städtebildung von bedeutsamem Einfluß gewesen sind. Und sind es anfangs die zufälligen Überschüsse der einzelnen Wirtschaften, die er für seine Waren in Tausch nimmt, so bietet er doch mehr und mehr die Möglichkeit zür Entstehung bestimmter Spezialgewerbe, deren Produkten er den Absatz sichert. Die andere Stelle aber, von der aus der wirtschaftliche Fortschritt sich vollzieht, sind die großen Grundherrschaften, welche die Kräfte der von ihnen beherrschten Bevölkerung zuerst planmäßig. wirtschaftlich zu organisieren vermögen. Mit hoher Wahrscheinlickeit aber läßt es sich vermuten, daß auch hier jüdischer Geist in starkem Maße tätig ist. Denn es ist eine durch alle Länder Europas and durch alle Zeiten des Mittelalters sich wiederholende Erscheinung, daß der hohe Adel, der ja für wirtschaftliche Tätigkeit ebenso wenig Neigung wie Befähigung zu besitzen pfegt, die wirtschaftliche Ver- J) Aronius, Regesten Nr. 130. ...

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