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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 3 · p. Seite 260

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 3
Article
Die wirtschaftliche und soziale Bedeutung der Juden im Mittelalter
Date
1907-01-01
Page
Seite 260 (sequence 4)
Language
German
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26Ö Die wirtschaftliche ü; soziale BedeHiüng d. jüderi iih'Mftielait^r. Schätzung2 der maßgebenden 'FörächV• •von-'den‘.<$ttät'.'60 Millionen Menschen, die das damalige^Rörheirreich beherrscht, ungefähr 7 Prozent1) bildern Diese eine Zähl vermag uns nach den verschiedensten Richtungen Hifi Bedeutsames zu sagen. Denken wir nämlich daran, daß auch außerhalb des Römerreiches, vor allen Dingen in dem babyloniseh-persisehen Reich eine zahlreiche jüdische Bevölkerung vorhanden ist, so lehrt uns diese Zahl, daß sich in nahezu 2000Jahren die Zahl der Juden wenig mehr als verdoppelt hat. Man mag nun die Masse derer; die sich damals aus jüdischen Kreisen dem jungen dhristentüme änschlossen, noch so hoch ansehlagen, so kündet uns doch diese schlichte Tat- "Sache von all den Strömen jüdischen Blutes, die in diesen zwei Jahrtausenden vergossen worden sind, von der Fülle der Not und des Elends, die an der Kraft des Judentums gezehrt haben. Aber auch für die wirtschaftliche Lage der Juden zu jener Zeit ist diese Zahl höchst instruktiv. Wenn man nämlich weiß, daß z. B. in Deutschland noch vor etwa 50 Jahren auf die handeltreibende Bevölkerung allerhöchstens 1—2 Prozent der Gesamtbevölkerung fielen, so ergibt sich, zu welch abenteuerlichen Vorstellungen es führen muß, wenn wir uns die Juden jener Zeit als vorwiegend vom Handel lebend vorstellen wollten. Diese Vorstellung widerspräche selbst dann aller historischen Möglichkeit, wenn die Juden sich nicht hätten mit Griechen, Syrern und Römern in den damaligen Welthandel teilen müssen. So ergibt schon die einfachste wirtschaftliche Überlegung, daß‘ die weitaus: überwiegende Mehrzahl der Juden auch außerhalb Palästinas nicht im Handel2), sondern in wirt- 1j Vgl. Harnack, Mission und Ausbreitung des Christentums S. 3-7.;'׳ ־ " '■ ' ■ ' ' ' ”; / ' 2) Auf die irrige Vorstellung) daß die Juden des ausgehenden Altertums ein Händelsvolk gewesen seien, stützt sich auch die. weitverbreitete Ansicht) die sie Zu Schülern u, Nachfolgern der Phönizier macht und endlich aus der Literatur verschwinden sollte. Vgl. z., B. Roscher, Ansichten der Volkswirtschaft, Bd. II, 3, S. 328.

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