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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 2 · p. Seite 252

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1907-01-01
Page
Seite 252 (sequence 3)
Language
German
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252 Besprechungen. Hebraismeti im T. J. auf die natürliche hebräische Beeinflussung der aramäischen Sprache zurückzuführen sind. Genau dieselbe Erscheinung zeigt sich uns übrigens auch, wie schon Bacher nachgewiesen hat, beim Vergleich zwischen Onkelcs und Fragmententargum, da ist es nämlich letzteres, welches in zahlreichen Fällen Hebraismen gebraucht, wo O. noch einen aramäischen Ausdruck hat. Diese Tatsache beweist meines Erachtens 1. daß Ps. Jon. und unsere Fragmententargumim unabhängig von einander sind und 2. daß die letzteren ihrerseits wiederum durch die Übersetzungsmethode des Onkelostargum beeinflußt sind. Leider verbietet uns der Raummangel auf diese Sache hier des Näheren einzugehen. 2. andere aramäische Wörter wegen größerer Übereinstimmung mit dem Stamme oder mit der Bedeutung des hebräischen Textwortes, 3. andere aramäische Wörter, welche zwar nicht mit dem betreffenden Textworte aber mit solchen hebräischen Ausdrücken übereinstimmen, welche an anderen Stellen Vorkommen. Der Verfasser meint, daß auch hier die Tendenz der möglichsten Anpassung der Version an den Sprachcharakter des hebr. Textes maßgebend gewesen sei, eine Meinung, die sich wohl kaum aufrecht erhalten läßt, da nicht einzusehea ist, inwiefern ein mit dem Hebräischen übereinstimmendes aramäisches Wort eher zum Texte paßt, als ein gemeinaramäisches. Die Hauptursache sowohl für diese wie für die vorhin besprochene Erscheinung dürfte vielmehr in dem Umstande 2u suchen sein, daß in den Kreisen, aus welchen das Onkelostargum stammt, eine gewisse Vorliebe für den Gebrauch von hebräisehen resp. hebräisch klingenden Wörtern bestand und zwar vermutlich infolge der Lehrhäusertätigkeit. Ganz ebenso konnte man noch vor wenigen Jahrzehnten hier im Elsaß und vermutlich auch anderswo die Tatsache beobachten, daß die Gelehrten, d. h. die Talmudbefiießenen, sehr häufig da einen hebräischen bzw. aramäischen Ausdruck gebrauchten, wo der Mann aus dem Volke sich eines jüdischdeutschen bediente. Wir glauben also, daß Wörter wie בית חבושיא ברדזא ,אילפא etc. zur Volkssprache, בית אסירי ,גדיא ,ספינתא u. a., hingegen zur Gelehrtensprache gehören. Durch diese Annahme dürften sich wohl auch die beiden folgenden Fälle erklären, nach welchen statt der gemeinaramäischen Wörter im T. J. gebraucht werden im Onkelos 4. einem bestimmten aramäischen Idiome angehörige Wörter, 5. andere aramäische Wörter, deren Anwendung zurückzuführen ist auf die Verschiedenheit der Auffassung und auf die Beobachtung mannigfacher Rücksichten und Übersetzerregeln, die bei der Redaktion des Onkelostargum maßgebend gewesen sind.

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