Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 51 (1907)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 247 (sequence 2)
- Language
- German
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Besprechnngen, 247 kennt, das Nahe mit dem Fernliegenden zu verbinden strebt, so hat diese Exegese, eher von volkstümlichen, als gelehrten Ideen beherrscht, das Zeitgenössische in .,dem Längstentschwundenen wiederzufinden gesucht und mit liebenswürdiger Naivität manchen Anachronismus geschaffen, der einem n üchternen Verständnis des Schriftwortes widerspricht. Aber eben diese seltsame Färbung verleiht der Schriftauslegung Rasehis einen innigen Zug, einen herzgewinnenden Zauber, den ganzen Reiz seiner Persönlichkeit. Doch die Superkommentatoren sind dem Meister nicht gerecht geworden. Anstatt daß sie sich in seinen Qedaukengang versetzt, seine Methode nachgeahmt hätten, haben sie den einfachsten Gedanken in eine Menge von Worten aufgelöst, den Eiklärer erdrückt und in ihre eigene Exegese oft nur einen Grundton aus dessen Kommentar übernommen. Raschi hat keine Geheimnisse und will nichts verhüllen, wo er prägnant ist; seine Absichten sind klar selbst dort, wo er auf den ersten Anblick unverständlich scheint. Willkürlich ist es daher, wenn Tendenzen und Widersprüche in seiner Schriftauslegung gesucht werden. Man muß den richtigen Raschitext herstellen, Eigenes von Entlehntem, Hiüzugesetztem absondern, man muß mit spürendem Tastsinn seinen Spuren folgen, die Methode des ErkLarers anwenden, der in seinem Talmudkommentar vor allem die wahre Leseart zu ermitteln strebt und diese zu erläutern sucht. Berlin er׳hat17schonvor vierzig Jahren sich drei Zielpunkte aufgestellt: einen korrekten Raschitext zu schaffen, die Parallelen der talmudischen und biblischen Erklärungen zu sammeln und die Quellen zu Rasehis Exegese zu finden. Mit rastlosem Eifer hat er diese Aufgaben gelöst und auch zur Geschichte der Raschi-Kommentare wertvolle Beiträge geliefert. Er hat den ungeheueren Stoff, der sich ihm aus über 100 Handschriften und den vielen Druckausgaben geboten, durchdrungen, bewältigt und mit dem richtigen Maßgefühl angewendet. Das Material ist bedeutend reicher, größer geworden, darum mußten die Noten anders aufgenommen und eingefügt werden. Die Ergebnisse der neuen Forschungen wurden in der Einleitung verwertet, so z. B. das Verhältnis Rasehis zu seinem Mitarbeiter Schemaja, zu Joseph Kara, der wahrscheinlich seines Onkels, Menachem Kara, Erklärungen tradiert haben mag, der Einfluß Rasehis auf die spätere Bibelexegese, auf seinen Enkelsohn, Samuel b. Meir wird mit einigen instruktiven Stellen b'eleücHtetTÖie L o a s i’ju wurden in einem Anhang alphabetisch geordnet, das altfranzösische Fremdwort, als Mittel der Erklärung übersichtlich behandelt. Nur wäre es wünschenswert gewesen, wenn die Varianten, die Schreibweise der Fremdwörter, wie sie im Texte Vorkommen, berücksichtigt worden wären. Z. B. im Texte steht איפורוונדריץ;'ווש, im Anhang: איפור בינדדיש בוש,