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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 6 · p. Seite 710

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 6
Article
Der Ölbau in Palästina in der tannaitischen Zeit
Date
1906-01-01
Page
Seite 710 (sequence 4)
Language
German
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710 Der Ölbau in Palästina in der tannaitis chen Zeit. wenn sie zum Pressen bestimmt sind, nach der Kelter bringt1). Die Aufbewahrung erfolgt in einem verschließbaren2) Raume des Hauses (oder der Kelter)3). Auch auf den Markt4) bringt man die Oliven im Korbe, der dann mitsamt der Frucht verkauft wird5). Die Menge der Oliven, die ein Baum liefert, muß mindestens einen halben Liter Öl ergeben, widrigenfalls man den Baum umhauen und als Holz verkaufen darf6). Natürlich sind aber sonstige Nebenumstände (wie Klima, Bodenbeschaffenheit etc.) dabei zu berücksichtigen. III. Die Olive. 6. O 1 i v e n Sorten. Während man im alten Italien viele Olivensorten kannte7), die meist nach dem Orte ihrer Herkunft8), teils aber auch nach ausgezeichneten Eigenschaften9) ihre Be- Zeichnung hatten, kennen wir in Palästina nur wenige mit einem besonderen Namen10). Man hat die Oliven, die nach o T. Toh. 11,7 (672). 2) T. Toh. 10,6 (671). Nicht nur aus Gründen der levitischen Reinheit. 3) T. Toh. 10,8 (671), vgl. dazu Beza 4,3, wo פיירות auch Getreide bedeuten kann. ף T. Toh. 11,7 (672). 5) Maas, scheni 1,4. 6) Scheb. 4,10 רובע קב רובע♦ Ein Kab ist 2,02 1. B. Zuckermann, das jüdische Maßsystem, p. 37. Selbstverständlich trägt ein Baum im Durchschnitt weit mehr. Anderlind, ZDPV. XI, p. 74. Ein ausgewachsener Baum kann jährlich bis 150 1. Oliven und mehr bringen. Coutance p. 259 und Fischer, p. 35/36. 7) Vgl. Magerstedt, p. 255. 8) ibid. die »algianische, plzenische, albanische« usw. 9) ibid. »regia, superba<-, vgl. Plin. XV,3. 10) Heutige Arten Palästinas sind hochwachsende Bäume mit geringen Erträgen, mit großen, runden Früchten, wahrfcheinlich von einem der Mittelmeerländer stammend eine geschätzte Art mit länglich-ovalen Früchten (Bauer, Volksleben, p. 139 u. 310).

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