Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 50 (1906)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Der Ölbau in Palästina in der tannaitischen Zeit
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 709 (sequence 3)
- Language
- German
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Der Ölbau in Palästina in der tannaitischen Zeit. 709 »gelesen« (1(לקט). Das Wort der Bibel 2הבט), das erst in spättalmudischer Zeit wieder in der Bedeutung des Olivenerntens nachweisbar ist, bezeichnet ein Abschlägen der Frucht3). Die abgepflückten Oliven geben ein besseres Öl als die abgeschlagenen4 5). Die gewöhnliche Art des Erntens ist das Abstreifen^); nach ihr heißt die ganze Ernte (6מסיקגה). Die Lese wird auf größeren Besitzungen von gemieteten Arbeitern vorgenommen7). Werden die Oliven abgeschlagen, so werden sie zunächst zu einem Haufen (צבור) aufgeschichcet8). Pflückt man sie aber, so tut man sie sogleich in ein Gefäß. Solche Gefäße sind 9סל) und 10קופה), in denen man die Früchte, zumeist die für die Armen bestimmten Nachleseoliven, Pea 8,3, Komm. Die Erklärung von Levy I. 533b zu Ghal. 3,9 ist nur sinngemäß. *) T. Scheb. 3,8 (64) allgemein von allen Früchten gebraucht. Kerit. 4,3 von Feigen und Weintrauben. Vereinzelt wird auch das Schütteln der Baume erwähnt, רעד hif. Machschir 1,2, T. 1,1 (673). 2) Deut. 24,20. Vgl. Sifre zur Stelle 124b, 14. 3) arab. k,v3־ Thren. rab. 53 c. Die Zeit des Abschlagens der Olive, שעת חבטא. Vgl. Exod. rabba 36 u. j. Maas. scheniXV, 55 b. 4) j. Maass. risch. V, 51 d זירזי נקוף (Pea 8,3). Bei den Römern war das Einzelpflücken לקט die Regel: oleam ne stringito neve verberato. Plin XV, 3. 5) Neg. 2,4, Sifra 63b, j. Dem. VI, 25b, j. Schab. VII, 10 a, vgl. Anm. 5 vor Seite. c) Ned. 8,3. מסיקה später, so b. Schab. 17 a, plur. b. bb. 36 b unten. Ein anschauliches Bild der Olivenernte gibt die bei Bauer, Volksleben etc., p. 140 veröffentlichte Photographie. 7) t. Ber. 2,8 (4) פועלים קוראין בראש האילן'ומתפללין בראש הזית 8) Pea 6,5. Ein solcher Haufen, über dessen Größe Bestimmtes nicht zu ermitteln ist, bildet das Mindestmaß dessen, was eine Oliven- Pflanzung bringen muß. T. bm. 9,19, (392). 9) T. Dem. 6,11 (57), T. Toh. 11,7 (672). Mikw 7,3 (auch für Trauben). Zu seiner Größe und Gestalt siehe Krengel, Hausgerät der Mischnah, p. 42. Vgl. Schräder, die Keilinschriften und das alte Testament, 3. Aufl., 1903, p.! 650. Heute sammelt man die abgepflückten Früchte in großen Laken. 10) T. Toh. 11,7 (672), T. Erub. 9,9 (L49), T. Ter. 3,13, (29), Toh. 9,4 auch בופא Beza 4,1 (Lo קופה) ■ arab. "■Xm■ Frankel, p. 80, vgl. Krengel, p. 40 ff. Die »quffL der heutigen Syrer ZDPV. V, p. 19.