Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 6 · p. Seite 702

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 6
Article
Die Todesstrafen der Bibel und der jüdisch-nachbiblischen Zeit
Date
1906-01-01
Page
Seite 702 (sequence 39)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2829132-2829795-2829802-2887323--34953-2887399
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

102׳ Die Todessirafen der Bibel und der jüd.-nachbiblischen Zeit. zweiten aber der Herold verkündet, Jesus ziehe aus, um gesteinigt zu werden. Durch die Annahme, daß das jüdische Gericht über Jesus Steinigung verhängt, der Prokurator aber Kreuzigung vollstreckt habe, ist die Schwierigkeit allerdings behoben; ebenso durch die Bestimmung, daß alle Gesteinigten noch aufgehängt wurden, so daß beide Strafen vollstreckt worden wären und zwar beide durch das jüdische Gericht. Aber dem Wortlaute der Baraitha entspricht keine dieser Erklärungen; denn derselbe setzt nur die jüdische Behörde voraus und spricht vom Hängen als der eigentlichen Todesstrafe. Nun erzählt R. Elieser in der Baraitha in b. Sabb. 104 b, Toß. XI, 14: תניא אמר להם רבי אליעזר לחכמים והלא ק סטדא הוציא כשפים ממצרים בשריטה שעל בשרו, daß ben-Satda Zauberei trieb3). Von demselben wissen wir aber bereits, daß er am 14. Nissan hingerichtet wurde und zwar durch Hängen; es scheint also ziemlich klar, daß auch in der von Jesu berichtenden Stelle ursprünglich 3) Es ist sehr beachtenswert, daß es R. Elieser ist, der von ben Satda berichtet; denn dieser hat höchstwahrscheinlich in derselben Stadt gelebt, in der er hingerichtet wurde, in Lydda, das der Wohnsitz des R. Elieser war. Ebenso hat dieser gute und verläßliche Nachrichten über Vorgänge in Askalon vor dem Jahre 70. Denn in b. Kiddusch. 31 a heißt es: אמד.רב ייהודה אסר שמואל שאלוי ■את. רבי אליעזר ער היכן כיבוד אב ואם. אמר לדם צאו וראו מד. עשר, נכרי אחד לאביו באשקלון ודמא בן נתינה שמו. בקשו ממנו חכמים אבנים לאפוד . . . לשנד האחרת נתן הקדוש ברוך הוא שכרו שנולדה לו פרד אדומה . / ... in jer. Pe’a 1,15 c,: רבי אבדו בשם דבי יוחנן שאלו את רבי אליעזר עד היכן כיבוד אב ואם, אמר להם, ולי אתם ■שואלין, לכו ושאלו את דמה בן נתינה. דמה בן נתינה ראש פטרבולי היה . . . אמר רבי חוקיה .גוי אשקלוני היה . . ., daß R. Elieser als Muster der Elternachtung den Heiden Dama b. Nethina aus Askalon nannte, der den Weisen Steine für den Schmuck des Hohepriesters verkaufen sollte; ein Jahr später verkaufte er eine Kuh an die Weisen zur Zubereitung der Reinigungsasche. Die Lyddenser zogen nach Askalon zu Markte (Toß. ,Ahiloth XVIII, 18, vgl. jer. SchebFith VI, 36 c), und hatten Gelegenheit, die dortigen Vorgänge zu erfahren. Es dürfte nicht zufällig sein, daß R. Elieser, der Lyddenser, in Zauberei Bescheid wußte (b. Synhedr. 68 a), da es dort Zauberer gab.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.