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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 6 · p. Seite 693

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 6
Article
Die Todesstrafen der Bibel und der jüdisch-nachbiblischen Zeit
Date
1906-01-01
Page
Seite 693 (sequence 30)
Language
German
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Die Todesstrafen der Bibel und der jüd.-nachbiblischen Zeit. 693 die Enthauptung als Strafe des Mörders stand seit langem fest. Denn in Mechiltha 83 b begründet schon R. Akiba die Verwendung des Schwertes zur Vollstreckung der Todesstrafe in Exod. 21, 20 (weiter S. 678) und R. Joß6, der Oaliläer verhängt Enthauptung über Zauberer (Synh. 67 a, Mechiltha 94b, oben S. 676), so daß um 100—120 die Strafe selbst als eine der Todesstrafen anerkannt war; und da sie keiner der Lehrer bestreitet, muß sie aus früherer Zeit überliefert worden sein1). Vergleicht man andere tannaitische Berichte über das Werkzeug der Enthauptung, so zeigt sich das Schwanken der Lehrerin noch eigentümlicherem Lichte. Eine Baraitha in b. Sanhedr. 52 b lautetתניא נקום ינקם, נקימה זו איני יודע מה :־ היא. כשהוא אומר והבאתי עליכם חרב נוקמת נקם ברית הוי אומר נקימה זו סייף . ♦ . תניא ואתה תבער הדם הנקי מקרבך, הוקשו כל שופכי דמים לעגלה ערופה, מה להלן בסייף ומן הצואר אף באן בסייף ימן הצואר. (אי מה להלן .בקופיץ וממול עורף אף כאן בקופיץ וממול עורף? אמר רב נחמן אמר רבה בר מז1אבוה אמר קרא ואהבת לרעך כמוך, ברור לו מיתה יפה). ersten Teile wird für die Enthauptung ausdrücklich das Schwert als Mittel erschlossen, in der zweiten Baraitha wird die Behandlung des Mörders der der nach Deut. 21, 4 zu entnackenden Kuh. gleichgesetzt. Obwohl sich nun daraus noch nicht ergibt, daß zur Hinrichtung des Mörders nur ein Schwert und kein anderes Gerät verwendet werden soll, wird doch ermittelt, daß, wie die Tötung der Kuh durch das Schwert und zwar am Halse erfolgt, so auch die eines Mörders; ein Schluß, der in beiden Punkten sehr zweifelhaft ist, da die Voraus- 9 Daß die'Erörterungen späterer Tannaiten den Eindruck hervorrufen, als ob diese die Frage überhaupt zum erstenmale aufgeworfen hätten, während es sich in Wahrheit um eine alte Meinungsverschiedenheit handelt, ist in der talmudischen Literatur nicht selten« Ein bezeichnendes Beispiel hiefür ist der Streit zwischen R. Joschia und R. Jonathan, den Schülern des R. Ismael in Mechiltha 5 b zu Exod. 12,6 b über das Passah am Sabbath, welcher schon von, Hillel durch dieselben Gründe, wie sie diese Lehrer anführen, entschieden wurde; vgl. Schwarz, Hermeneut. Analogie 95 ff.

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