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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 6 · p. Seite 685

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 6
Article
Die Todesstrafen der Bibel und der jüdisch-nachbiblischen Zeit
Date
1906-01-01
Page
Seite 685 (sequence 22)
Language
German
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Die Todesstrafen der Bibel und der jüd.-nachbiblischen Zeit. 685 welchen Gründen gegen die Steinigung waren, empfahlen die Erdrosselung und setzten sie in erster Reihe dort durch, wo die Todesart im Gesetze nicht näher bestimmt war und der Anwendung der Erdrosselung keinerlei Hindernis exegetischen Charakters im Wege stand. Berücksichtigt man noch, daß die Hinrichtung durch Verbrennen sich von der durch Erdrosselung nach der Mischna Sanhedr. VII, 2. 3 nur in der letzten Einzelheit, dem Einwurf einer brennenden Schnur unterscheidet, sonst aber beide genau denselben Hergang aufweisen, so gewinnt man den Eindruck, daß es sich nur um die nachträgliche Differenzierung einer und derdes Todes bei den Juden die gewesen zu sein, daß beim Entweichen der Seele aus dem Leibe durch die Luftröhre Erstickung eintritt. In b. Moed kat. 28 b, 29 a sagt der Arzt R. Chanina (220—250): קשה יציאת נשמה מן הטף בצפורי בפי הושט, R. Jochanau, sein Schüler und jüngerer Kollege: בפטורי בפי ושט das Entweichen der Seele aus dem Körper geht so schwer, wie das Durchziehen des Schiffstaues durch den Ring an der Spitze des Mastbaumes, nach R. Jochanan, wie Schiffstaue durch den Schlund (vgl. Bacher, Agada d. paläst. Amor. I, 30, 5: <bc cTTc-tpa, sv cttojxy/c17 .!־tou). Dasselbe ist aber in Berach. 8 a von der Bräune als Todesursache gesagt. Freilich ist in Aboda sara 20b zu lesen: אמרו עליו על מלאך המות שכולו מלא עינים♦ בשעת פטירתו של חולה עומד מעל מראשותיו וחרבו שלופה בידו וטיפה של מרה תלויה בו♦ כיון שחולה רואה אותו מזדעזע ופותח פיו, זורקה לתוך פיו, ממנה מת ממנה מסריח ממנה פניו מוריקות, der Todesengel trägt ein Schwert, an dem ein Gifttropfen hängt, den er dem Kranken in den offenen Mund fallen läßt. Das Schwert wird auch sonst genannt, so in b. Berach. 51 a, Kethubb. 77 b, aber was der Todesengel damit macht, ist nicht erwähnt. Nur der Vater des Amoräers Samuel erzählt (Aboda sara 20 b), der Todesengel habe ihm gesagt: Wenn ich auf die Würde des Menschen keine Rücksicht nehmen würde, machte ich einen offenen Schnitt beim Schlachten wie bei einem Tiere. Aber die Vorstellung eines an einem Schwerte hängenden Tropfens ist eine unnatürliche, die gewiß zu irgend einem Zwecke künstlich geschaffen wurde. Ursprünglich dachte man sich den Todesengel als die Menschen schlachtend; da aber äußerlich keine Spur seines Schnittes wahrzunehmen ist, schrieb man den Tod einem Gifte zu und verband die alte Vor- Stellung mit der neuen. Aber wir sehen auch hier den Tod auf ein innen wirkendes Gift, wie die Bräune, zurückgeführt. " ־v

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