Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 50 (1906)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die Todesstrafen der Bibel und der jüdisch-nachbiblischen Zeit
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 682 (sequence 19)
- Language
- German
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682־ Die Todesstrafen der Bibel und der jüd.-nachbiblischen Zeit. diese Todesart um 100 als unbestritten anerkannt gewesen $ ein muß, was wieder ältere Quellen voraussetzt. Die Mischna Sanhedr. XI, 1 setzt die Erdrosselung außer auf Ehebruch, noch auf Schlagen von Vater und Mutter, auf das Stehlen von Menschen verbunden mit deren Verkauf zu Sklaven, auf den Widerspruch eines Lehrers gegen eine von der maß• gebenden Behörde anerkannte Norm, für falsche Propheten und auf falsches Zeugnis gegen eine Priestertochter über Unzucht und endlich für den Buhlen der Priestertochter. Für alle diese ist nach der Darstellung der Tannaiten die Deutung des im Gesetze unbestimmt gelassenen מות יומת maßgebend und diese Begründung wird in den zugehörigen Baraithas im Talmud und in den halachischen Midraschwerken wiederholt angeführt. So z. B. bei der Ermittelung der Strafe für Ehebruch (b. Sanhedr. 52 b unten, Sifra 92 a, 11): מות יומת, בהנק. אתה אומר בהנק או אעו אלא באחת מיל מ*תוה האמורות בתורה. . אמרת כל : מקום . שנאמר מיתה בתורה , סתם אין אתה רשאי למושבה. להחמיר עליה אלא להקל עליה, דברי רבי יאשיה. ,רבי יונתן אומר לאי מפני שהיא• קלה אלא כל מיתה ■האמורה בתורה; סתם אינה אלא הנק, er soll getötet werden, durch Erdrosselung; ist dieses! richtig oder hältst du eine andere unter den in der Thora genannten Todesarten für angemessener? Du selbst giebst ja zu, daß, wo die Thora die Todesart nicht bestimmt, man.'kein Recht hat, den Tod zu erschweren, sondern nur, ihn zu erleichtern, so meint R. Joschia; R. Jonathan sagt; Nicht weil der Tod durch Erdrosselung leichter äst, sondern weil der in der Thora nicht näher bestimmte Tod Erdrosselung ist, ist diese zu verhängen. Sonach stand bei den der Schule Ismaels angehörigen Lehrern die Todesart in den Gezeichneten Fällen fest, nur über ihre Begründung waren sie geteilter Meinung. Und schon aus diesem Grunde können für die. Urheber dieser der Bibel fremden Todesart nicht Deutungen־ des Gesetzes maßgebend gewesen sein, besonders da, wie wir bereits gesehen, מות יומת in einigen Fällen auch auf andere Hinrichtungsformen gedeutet wurde.