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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 6 · p. Seite 649

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 6
Article
Das Buch Esther in geschichtlicher Bedeutung
Date
1906-01-01
Page
Seite 649 (sequence 9)
Language
German
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Das Buch Esther in geschichtlicher Beleuchtung. 649 östlichen Stämme nach Samaria1), betrachtet werden. Wie die letzteren nach Samaria gebracht wurden, um mit ihnen entvölkerte Provinzen zu besiedeln, so wurden auch die israelitischen Stämme, dem damaligen Prinzip, des Völkeraustausches entsprechend, nach unbevölkerten oder entvölkerten Gegenden verschleppt. Daraus folgt, daß die beinahe neun Zehntel der Gesamtjudenheit, welche nach den medopersischen Gegenden verschlagen wurden2), in eigenen Kolonien gewohnt haben müssen3). Auch die Esra 2, Neh. 7, genannten Orte, תל מלה, תל הרסה, כרוב, אדן, אמר welche bei der Rückkehr aus Babylon ein sehr ansehnliches Kontingent stellten, müssen jüdische Kolonien gewesen sein. Denn größere Städte waren die unter den unzähligen Städtenamen der babylonischen Inschriften nirgends erwähnten Orte keinesfalls. Es müssen demnach die im Estherbuche erwähnten Kämpfe nur in solchen Gegenden stattgefunden haben, wo die Juden als selbständiges Volk kenntlich waren und sich in mancher Rivalität mit den umgebenden Stämmen befanden. Die wenigen in den Städten zerstreuten verloren sich unter den anderen semitischen Elementen. Sprechen ja doch die griechischen Klassiker auch mit bezug auf Palästina nur von Phöniziern4). Ob nun aber die Zahl 75.000, selbst bei dieser Betrachtungsweise, nicht immer noch eine übermäßige ist? Um uns darüber ein sicheres Urteil zu bilden, müßten wir über die damaligen ethnographischen Verhältnisse weit genauer und gründlicher unterrichtet sein, als es in Wirklichkeit der Fall ist. Man bedenke übrigens, daß ג) II, Könige 17, 6—24. Sargon Annalen 42, 127. Prunkinsch 24 ff. I, Chron 5, 26. 2) K. A. T. 269 f. 3) Wenn wir die Juden in persischen Provinzen zerstreut finden (Kohut Angel, 5), so ist dies erst später in der nachmakkabäischen Zeit der Fall. (Schürer III, 23.) 4) Herodot 2, 104. 3, 5-89 ,63 ,7 .7״. Strabo 7, 5S u. a.

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