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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 6 · p. Seite 646

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 6
Article
Das Buch Esther in geschichtlicher Bedeutung
Date
1906-01-01
Page
Seite 646 (sequence 6)
Language
German
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646 Das Buch Esther in geschichtlicher Beleuchtung. König durch Esthers Anklage so unangenehm überrascht wird, während Haman entsetzt und beschämt dasteht, ohne zu seiner Entschuldigung geltend zu machen, daß doch der König ihm die Erlaubnis dazu erteilt habe. Es ist schon von: jeher darauf hingewiesen worden, daß solche Anschläge gegen ein ganzes Volk im alten Orient nicht vereinzelt dastehen. Man erinnert hierbei ge• wohnlich an die vollständige Niedermetzlung sämtlicher in Asien wohnender Italiker an einem Tage unter Mithri־־ dates. Es hat aber auch in Persien selbst nicht an Versuchen gefehlt, sämtliche persische Juden zu töten und ihre Güter zu konfiszieren1). Orelli sagt: »die armenischen Hetzereien der Gegenwart beweisen, daß die Vernichtung eines ganzen Stammes ja möglich ist2)«. Wir dürfen jetzt entsetzlichere Worte hinzufügen, daß die russischen Judenabschlachfungen der jüngsten Zeit einen noch viel deutlicheren Beweis dafür bieten. 22. Was die Erwägung anbetrifft: daß man Haman doch nicht die Torheit Zutrauen dürfe, er habe den Juden sein Vorhaben 12 Monate vorher kundgetan, diese hätten daß zwischen der Verschwörungsanzeige Mordechais und seinem Konflikte mit Haman ein Zeitraum von 5—6 Jahren liegt. (2, 16, 21. 3, 7.) Muß Haman schon 6 Jahre vorher am persischen Hof gewesen sein? War es überhaupt so bekannt, daß Mordechai an dieser Entdeckung beteiligt sei? Nach 3, 3 מדוע אתה עובר את מצות המלך glaubte Haman zur Hinrichtung Mordechais ganz berechtigt zu sein. Die 8, 15 geschilderte Dekoration Mordechais entspricht glänzend den zeitgenössischen Schilderungen. Der königliche Mäntel ist aus Pur pur und ha 1 bwei ß (Xenoph. Cyr. 8, 3,13) ״לבוש מלכות תכלת וחור" auch der persische Feldherr Masistios trug ein Purpurgewand (Herod. 9, 22). Dem Izates war es seiner Verdienste wegen erlaubt, eine goldene Tiara zu tragen ״עטרת זהב גדולה״ wie der König selbst. (Joseph. Antiqü. 20, 3, 3.) Auch der Baumeister Jehen bekam seiner Verdienste halber, u. a. auch eine goldene Krone (Königsbuch 2005) mit einer goldenen Tiara beschenkte Ahasveros auch seinen Steuermann, der ihm das Leben gerettet hat. (Herod. 8, 118.) *) Fürst, Kultur- und Literaturgesch. d. Juden. Asien 244—269. 2) REPT. zu Esther.

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