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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 5 · p. Seite 629

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 5
Article
[Rezension]
Date
1906-01-01
Page
Seite 629 (sequence 3)
Language
German
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Besprechungen. 629 es damit habe — veröffentlichte Verzeichnis der Prager Juden aus d. J. 1546. Hier ersieht man an den zahlreichen Abweichungen, mit welcher Akribie die Urkunden abgedruckt worden sind. Interessant sind auch zwei Fehler, die Wolf mangels Kenntnis der böhmischen Sprache macht. In der Einleitung läßt er es dahingestellt, ob der in der Konsignation erwähnte »Narr« nicht etwa ein Lustigmacher sei, während das böhmische Wort unzweideutig einen Geisteskranken bezeichnet. Einen Juden läßt Wolf, durch ein ähnlich lautendes Wort verleitet »in der Kleiderhalle« sitzen, was natürlich keinen Sinn gibt, es muß heißen »sitzt im Gefängnis«. Diese Konsignation enthält fast 1000 Namen und ich habe mich bemüht, diese Namen in den Grab- Inschriften des hiesigen alten Friedhofs nachzuweisen; das Resultat ist in den Anmerkungen abgedruckt. Nur blieb leider aer hm weis auf Kaufmann weg. der seiner Edition von Hocks Familien Prags bereits dasselbe״versuchthat,freilich mit geringerem Erfolge, was'daraus zu erklären ist, daß ihm nur die coirumpiertere Fassung bei Wolf vorlag und er auch den entgegengesetzten Weg einschlagen mußte. Ferner blieben in meinen Anmerkungen zwei Fragezeichen aus, ich identi- ׳fixierte nämlich in Anmerkg. 90 u. 95 den Namen Herschman mit Gerschom und setzte jedesmal ein »?« hiuzu, weilidiese Identifizierung der; Gewohnheit, Herschman mit Hirsch, Hersch in Zusammenhang zu; bringen, zuwiderläuft. Dazu hat mich folgendes bestimmt. Es wird ein Sohn Moses des Herschman impressor erwähnt, es gibt aber in der älteren Periode keinen Prager Buchdrucker namens Hirsch, der fragHcbe erscheint vielmehr als Sohn des bekannten :גרשם כ״ץ der Ahnherrn der Gersoniden (Zunz Z. G, u. L*) Nun findet sich im בית שמואל zu גרשם ein ״קירשמאך; כינוי, das wahrscheinlich schon seiner Verwandschaft mit כרשם wegen »Gerschman« ausgesprochen wurde; die böhmische Sprache hat aber im Gegensätze zu den meisten anderen slavischen Sprachen, anlautendes »G« meist in »H« verwandelt (vrgl. böhm.: hlas, poln.: gios; böhm,: hora, poln.: gora) und so ist Gerschman zu Herschman geworden. Jetzt wo mir das ganze Werk vorliegt, finde ich für meine Deduktion Belege in zahlreichen mitgeteilten Urkunden, die wohl von Herschman impressor sprechen aber nur גרשם meinen können, ganz besonders aber in dem Urteiisspruch aus d. J. 1517 (Nr. 1217) zwischen der Jüdin Ester und dem Juden »Gerson auch Herschman genannt«. Es ist also um die ausgebliebenen Fragezeichen nicht Schade. : In Nr. 1151 aus d. J. 1440 werden die Judenältesten genannt: »seniores Judaei dicti Rassimowe«, diese merkwürdige Bezeichnung ist weiter nichts als eine Tscheohisierung von ראשים, dem Titel jeder jüdischen Gemeindevertretung* Diese Urkunde Nr, 1151 ist übrigens

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