Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 50 (1906)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 628 (sequence 2)
- Language
- German
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628 Besprechungen. sammelt und gesichtet und nur das historisch Wertvolle abgedruckt. In diesem Punkte unterscheidet sich das Werk sehr zu seinem Vorteil von dem vor Jahresfrist von der ungarisch-jüdischen Literaturgesellschaft heraüsgegebenen Urkundenbuche zur Geschichte der Juden Ungarns. Auch bezüglich seiner praktischen Brauchbarkeit ist es viel besser eingerichtet; sind auch die Urkunden alle in ihrer Originalspräche — also deutsch, böhmisch, lateinisch — wiedergegeben, sind auch nur wenige böhmische ins Deutsche übersetzt, so wird doch jedem Stücke ein kurzes, Inhalt und Datum prägnant bezeichnendes, deutsches Regest vorangestellt. Am Schlüsse des Bandes folgt ein 100־ Seiten starkes, ausführliches Inhaltsverzeichnis. Personen und Ortsregister werden zum Schlüsse des geplanten 2. Teiles, der die Jahre 1620—1740 umfassen soll, erscheinen. Ich würde es für angezeigt halten, wenn dieser 2. Teil bis 1780 ausgedenht würde, denn solange — bis zum Regierungsantritte Josefs II. — dauert eigentlich für die jüdische Geschichte das Mittelalter. In folgendem will ich nun kurz an der Hand einzelner weniger Nummern den reichen Inhalt des Büches skizzieren. Von dem Äbhängigkeitsverhältnis der Juden von den ver~ schiedenen Behörden und Jurisdiktionen, von ihrer rechtlichen Stellung und den sich daraus ergebenden Streitigkeiten, worüber Wolf — wie er H. B. IV, 150 klagt — nichts in den Archiven finden konnte, handeln neben vielen anderen, ganz besonders Nr. 403, 430; über Rabbineranstellungen und deren Bestätigung seitens des Kaisers Nr. 416, 995, 1099; ganz besonders interessant ist Nr. 995 aus d. J. 1604, das die kaiserliche Bestätigung des R, Ephraim Luntschitz, vollkommen übereinstimmend mit Gal-Ed, enthält. Über Judentaufen und getaufte Juden vgl. die Nr. 148, 262, 627, 699, 701, 707, 723, 882, 1057, 1125, 1135. Zur Geschichte besonders markanter Persönlichkeiten findet sich viel Material; so zähle ich nicht weniger als 35 auf Mordechai Meisel bezügliche Stücke. Von den Urkunden aus dem 13. und 14. Jahrhundert beziehen sich etwa 10 auf Brünn, je 30 auf Breslau und Eger; das Hauptkontingent stellen natürlich die auf Prag und Böhmen bezüglichen Dokumente, wie denn überhaupt von den 1346 Nummefii des Buches sich rund 1100 auf Böhmen, 100 auf Mähren, der Rest auf Schlesien beziehen. Aus den zahlreichen erläuternden Anmerkungen Dworskys hebe ich hur die hervor, die die ganze Geschichte alter, bedeutender Judengemeinden oder längere Abschnitte daraus bieten. Es sind di^s S. 66 über Eger, S. 348 über Saa7, S. 619 über Eibogen, S, 640 über Königsberg i. B., S. 676 über Tachau, Plan, S. 833 über Komotau, Eidlitz, S. 913 über Znaim. An Einzelheiten bemerkte ich folgendes. Nr. 526 enthält das bereits von Wolf1) — der aber nicht* recht wußte, welche Bewandtnis *) Zeitschrift für Geschichte der Juden in Deutschland I, 177«.