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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 5 · p. Seite 590

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 5
Article
Beiträge zur Geschichte und literatur der gaonäischen Periode
Date
1906-01-01
Page
Seite 590 (sequence 2)
Language
German
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590 Beiträge zur Geschichte u. Literatur der gaonäischen Periode. breiten. Und wie willkommen nur ein einziger Zug und eine scheinbar unwichtige Mitteilung bei der Darstellung der jüdischen Geschichte ist, braucht nicht näher erörtert zu werden. Die zweite Serie soll einen Brief an Samuel ha-Nagid, eine Charakteristik Maimunis, Elegien über Verfolgungen in Oberägypten und mehrere Privatschreiben enthalten. I. Eine Spottschrift gegen einen Gaon. Nach Abschluß des Talmud war noch lange der religiöse Gebrauch von der theoretischen Lehrmeinung verschieden. Die saboräischen Ordner haben nur der talmudischen Diskussion eine feste Grenze gesetzt, die praktischen Gesetze haben sie nicht vorgeschrieben. So bildeten sich allenthalben verschiedene Einrichtungen aus, die man nur auf Grund des Gesetzes und mit Hülfe behördlicher Autorität wegräumen konnte. Oft haben sich diese Minhagim, die vielleicht jeder gesetzlichen Grundlage entbehrten, so tief eingewurzelt, daß selbst das Auftreten des Schulhauptes erfolglos war oder sogar seine Ansicht als eine falsche Lehrmeinung bekämpft und angegriffen wurde. Einem derartigen Falle stehen wir hier gegenüber. Wir veröffentlichen hier eine Spottschrift, in welcher ein berufener oder unberufener Kritiker einen Gaon an den Pranger stellt, weil er in seinem Werk, — nach Z. 5 zu urteilen wäre es ein Buch über die Geböte oder Gesetze *— über die Zeit des Sch’malesens angeblich eine Lehre vortrage, die nach jedermanns Ansicht eine durchaus irrige gewesen sei. Allerdings hielt der Schreiber den landläufigen Gebrauch für den einzig richtigen. Den Namen des Schrei- *) Bevor ich diese Sammlung der Öffentlichkeit übergebe, kann ich es nicht unterlassen, meinen innigen Dank für die Zuvorkoni־ menheit in der Benutzung der Handschriften, der Verwaltung der University Library in Cambridge auszusprechen und besonders Mr. I. Abrahams M. A. in Cambridge für die liebevolle Hingebung, mit der er mir die Stunden der Arbeit in Cambridge erleichterte.

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