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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 5 · p. Seite 589

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 5
Article
Beiträge zur Geschichte und literatur der gaonäischen Periode
Date
1906-01-01
Page
Seite 589 (sequence 1)
Language
German
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589 Beiträge zur geschickte unD Citeratur her gaonäischen Periode. Von A. Marmorstein. (Erste Serie.) Das jüngste Geschichtswerk über die indischen Literaturen spricht von den Geisteserzeugnissen der Bewohner des Gangesufers das Urteil aus, daß keine Literatur von den Ideen der Religion so durchwebt und durchdrungen sei, wie die indische. Das religiöse Moment trete hier immer wieder nicht nur deshalb in den Vordergrund, so denkt Mr. Henry, der Verfasser jenes Werkes, weil Indien uns. die älteste und ausgebreitetste religiöse Poesie bewahrt habe, sondern weil wir weltliche Dichtung hier überhaupt nicht finden. Mais le terme meme de »litterature profane« tel que nous Fentendons, n’a point de sens pour eile, n’y trouve d'application quepar voie de contraste1). Mit welchem! Nachdrucke muß der Forscher der althebräischen Literatur ein ähnliches und in gewissen Zügen noch schärferes, bezeichnenderes Charakterbild von der jüdischen Literatur prägen? Alle Künste und Kenntnisse stehen hier im Dienste der religiösen Anschauungen. Alle Arten des Wissens und Formen des Denkens sollen den Glauben verkünden. Selbst in privaten Briefen steht das religiöse Interesse im Vordergründe. Wir wollen in einigen Artikelserien Briefe und historische Dokumente aus der Cambridger Genisa veröffentliehen und der Forschung dienstbar machen. Alle sind von, mehr oder minder wichtiger Bedeutung für die wissenschaftliche Erforschung des Altertums, aber jedes Dokument aus alter Zeit ist geeignet, Licht in der Dunkelheit zu ver־- 9 Victor Henry: Les litteratures de l’Inde. Paris 1904, p. 1.

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